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Berühmte ungarische Ärzte

Samstag, 13. Februar 2016 | Druckversion

Ungarn kann auf eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition auf dem Gebiet der Medizin zurückblicken. Das kleine Land inmitten Europas brachte zahlreiche anerkannte Wissenschaftler und Forscher hervor, die die Menschheit mit ihren Erfindungen und ihrer Tätigkeit zu einem besseren Leben verhalfen.

Inhalt

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Ausnahmepersönlichkeiten vor, deren Tätigkeit nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch im Ausland sehr geschätzt war und ist.

Albert Szent-Györgyi (1893-1986)



Der weltweit bekannte und anerkannte Physiologe und Biochemiker Szent-Györgyi wurde im Jahre 1893 in Budapest, Ungarn, geboren und begann sein Medizinstudium in der ungarischen Hauptstadt, Budapest, wo er 1917 diplomierte. Anschließend setzte er sein Studium in Pressburg (heute: Bratislava), Prag, Berlin, Leiden sowie Groningen fort. Seinen Doktortitel erwarb er in Cambridge.

Albert Szent-Györgyi
Albert Szent-Györgyi

Mit der finanziellen Unterstützung des ungarischen Staates errichtete er das Biochemische Institut an der Universität Szeged. Dank seinen fortwährenden Experimenten und Studien gelang es Szent-Györgyi im Jahre 1932, die Ascorbinsäure durch Kristallisationsversuche zu isolieren. Der von ihm in der ungarischen Paprika entdeckte, völlig geruch- und farblose Feststoff war das Vitamin C.

Darüber hinaus beschäftigte sich Albert Szent-Györgyi mit der Sauerstoffaufnahme in lebenden Organismen. Das relevanteste Ergebnis seiner Forschungsarbeiten bestand darin, dass er bestimmte Prozesse der Zellatmung entdeckte, die danach als Zitronensäurezyklus (Citratzyklus) bekannt wurden.

„Für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Verbrennungsprozesse, besonders in Beziehung auf das Vitamin C und die Katalyse der Fumarsäure“ erhielt Albert Szent-Györgyi im Jahre 1937 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. In seiner Dankesrede in der schwedischen Hauptstadt, Stockholm, beschwor er den Geist einer im Wissensdurst vereinten Menschheit. "Es gibt Dinge an uns, die nationale Grenzen überschreiten, die wichtiger sind als unsere Sprache, unser Pass oder unsere Geburtsurkunde." Ein Jahr später wurde er Vollmitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Der weltweit anerkannte Wissenschaftler, der über exzellente Kontakte nach Schweden verfügte, war ein großer Gegner der Nationalsozialisten. Im Laufe des II. Weltkriegs erhielt Szent-Györgyi die schwedische Staatsbürgerschaft und emigrierte im Jahre 1947 nach Massachusetts in die USA. In Woods Hole gründete er das Institut für Muskelforschung am Marinebiologischen Labor, wo er seine Studien aus der Zeit an der Universität Szeged fortsetzte. 1955 wurde er amerikanischer Staatsbürger und
Im Zeitraum von 1962-1971 war er als Professor an der Universität Darthmouth tätig. Szent-Györgyi pflegte die Kontakte mit seinem Heimatland fortwährend und stattete ab den 60er Jahren regelmäßig Besuche in Ungarn ab.

In den letzten anderthalb Jahrzehnten befasste er sich mit der Erforschung von Krebs. Albert Szent-Györgyi starb im Alter von 93 Jahren am 22. Oktober 1986 in Woods Hole.

Gedeon Richter (1872-1944)



Gedeon Richter ist am 23. September 1872 in Ecséd geboren. Im Alter von 1 Jahr hatte er seine Eltern verloren, deshalb wurde er von seinen Verwandten in Gyöngyös erzogen. Nachdem er das Franziskanergymnasium in Gyöngyös absolviert hatte, studierte er im Pharmazeutischen Institut der Universität Klausenburg (Kolozsvár), anschließend erwarb er sein Diplom im Jahre 1895 in Budapest. Danach lernte er in mehreren großen – in erster Linie deutschen, italienischen, englischen und französischen – pharmazeutischen Laboratorien die Methoden der industriellen Arzneimittelherstellung kennen. Im Laufe seiner Studienreise wurde er auf die sich damals entfaltenden Hormonforschung bzw. auf die organo- und chemotherapeutischen Medikamente aufmerksam.

Gedeon Richter
Gedeon Richter

Nach seiner Rückkehr kaufte er – die auch noch heute existierende – Apotheke „Sas“ (Adler) in Budapest. Dort richtete er ein eigenes Laboratorium ein, und stellte aus Organen von Tieren organotherapeutische Medikamente her. Das galt auch auf internationaler Ebene als eine bahnbrechende Methode, denn die ausländischen Pharmaunternehmen stellten damals ihre Produkte ausschließlich aus pflanzlichen Extrakten her. Den Extrakt des Nebennierenmarks, also das Adrenalin wurde im Jahre 1901 von Takamine isoliert. Im Jahre 1902 wurde es von Gedeon Richter bereits vermarktet. Noch im selben Jahr stellte er zwei Präparate her, die Schilddrüsen- bzw. Eierstockhormonen (Ovarialhormonen) enthielten. Diese hervorragende Leistung spielte eine wichtige Rolle dabei, dass das junge Unternehmen auch auf internationaler Ebene Ansehen und Anerkennung ernten konnte. Aufgrund dieser Erfolge wurden die Richter-Produkte immer gefragter, und das Laboratorium der Apotheke „Sas“ war nicht mehr in der Lage, die angestiegene Nachfrage zu befriedigen, so entschloss sich Gedeon Richter dazu, die Produktion zu erhöhen und ein Pharmaunternehmen zu gründen. Im Jahre 1906 hatte er in Kőbánya ein Grundstück gekauft, wo er eine Fabrik errichten ließ, die 1908 in Betrieb gesetzt wurde.

In Ungarn begann die Produktion des im Jahre 1921 erfundenen Insulins im Jahre 1926 bei der Firma Richter. Die Herstellung von Insulin spielte bei der Entwicklung der Produktionskultur des Unternehmens eine sehr bedeutende Rolle, zumal die Produktionsbedingungen von internationalen Vorschriften geregelt wurden. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre stellte Richter bereits Verzögerungsinsulin – namens Zinkprot-Insulin - her. Die Qualität des Richter-Insulins wir mit den niveauvollsten ausländischen (dänischen) Produkten gleichzusetzen.

Das erste synthetische Präparat war kein Medikament, sondern die ab 1911 vermarktete Desinfizierungstablette „Hyperol“. Hyperol wurde in der Medizin - besonders in der Chirurgie – vielfach eingesetzt, und wurde im Laufe des I. Weltkriegs vom ungarischen Militär benutzt. Die Firma Richter, die immer großen Wert auf Innovation legte, konnte im Zeitraum 1908-1944 insgesamt 86 Patente verzeichnen.

Ab Mitte der 1920er Jahre, nachdem die europäischen Vertretungen ausgebaut worden waren, geriet die Eroberung weiterer Märkte in den Vordergrund. Innerhalb von 8 Jahren – im Zeitraum von 1924-1932 – wurden mehr als fünfzig Richter-Vertretungen errichtet, die die Produkte des Unternehmens in knapp einhundert Länder – von Indien bis Kanada und von den Philippinen bis Brasilien - eingeführt haben.

Gedeon Richter lebte ein bescheidenes, zurückgezogenes Leben und vermied jede Art von Luxus. Er legte großen Wert darauf, das Unternehmen – und vor allem den Export – zu entwickeln. Er lebte in einer ausgeglichenen Ehe. Sein Sohn, László Richter, wurde im Jahre 1903 geboren. Seine zwei Enkelkinder, Andrea und Marietta, liebten die Großeltern über alles. Am öffentlichen Leben nahm Gedeon Richter nicht teil, jedoch war er Mitglied in zahlreichen Vereinen. In seinem ganzen Leben war er ein ambitionierter, fleißiger und kreativer Mensch, der sogar im Alter von siebzig Jahren jeden Tag in die Firma ging, wo er sich bis Mittag um die Geschäftsführung kümmerte, anschließend studierte er die Fachliteratur am Nachmittag in seinem Zuhause. Am 5. Januar 1929 wurde er zum königlichen Berater des ungarischen Ministerpräsidenten István Bethlen ernannt.

Seine Arzneimittel wurden bei den internationalen Messen und Ausstellungen mit Auszeichnungen und Anerkennungen prämiert. Im Laufe des II. Weltkriegs wurde die bespielhafte Freigiebigkeit von Gedeon Richter allgemein bekannt. Mit einer Vielzahl von Geldspenden hatte er kranken Menschen bei ihrer Genesung geholfen, deswegen wurde er vom Roten Kreuz und anderen internationalen, karitativen Vereinen ausgezeichnet. Trotz seines beispielhaften Lebens wurde er im Jahre 1942 von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender enthoben, und danach wurde ihm sogar das Betreten des Firmengeländes untersagt. Ab dieser Zeit führte er das Unternehmen mithilfe seiner Vertrauten. Im Herbst 1944 wurde die Firmentätigkeit fast völlig gelähmt. Richter hätte die Möglichkeit gehabt, in die Schweiz zu emigrieren, aber er wollte sein Unternehmen nicht verlassen. Er erkannte die drohende Gefahr nicht, und sagte oftmals, dass ihm nichts passieren könne, da er sein ganzes Leben der Heilung der Kranken gewidmet habe. Die Tötungsmaschine der Nazis funktionierte nicht entlang einer solchen Logik: Gedeon Richter, der Gründer der ungarischen Pharmaindustrie wurde am 30. Dezember 1944 von einer Gruppe faschistischer Pfeilkreuzler in die Donau geschossen.

Ignác Semmelweis (1918 – 1865)



Ignaz Philipp Semmelweis wurde am 1. Juli 1818 in Ofen bei Buda (heute: Budapest) geboren.

Ignaz Semmelweis studierte zuerst Philosophie an der Universität Pest, danach setzte er sein Studium an der Universität Wien fort, wo er sein Medizinstudium begann. Er promovierte im Jahre 1844 und wurde Magister der Geburtshilfe. Ein Jahr später erwarb Ignaz Semmelweis das Doktorat der Chirurgie, und im Jahre 1846 war er als Assistent der Geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien tätig. Im AK führte er zwei Beobachtungen durch, die für seine spätere Karriere von großer Wichtigkeit waren: er entdeckte, dass die Todesrate unter weiblichen Patienten gerade in der Abteilung am höchsten war, wofür die Ärzte bzw. Studenten verantwortlich waren. In der Abteilung jedoch, wo die Hebammen tätig waren, war die Todesrate wesentlich niedriger.

Ignác Semmelweis
Ignác Semmelweis

Darüber hinaus stellte er fest, dass der Tod seines Freundes, des Gerichtsmediziners Jakob K. Kolletschka, durch Symptome einer Blutvergiftung hervorgerufen wurde, die mit denen des Kindbettfiebers gleichzusetzen waren. Jakob K. Kolletschka hatte sich bei der Zerlegung einer Leiche eine Verletzung zugezogen. Semmelweis zog daraus die Schlussfolgerung, dass sogenannte „Leichenteile“ ins Blut gelangten, was zur Erkrankung seines Freundes führte. Das schien ganz logisch zu sein, zumal zahlreiche Mediziner unmittelbar aus dem Sezier- in den Operationssaal kamen. Infolgedessen erzwang Semmelweis im Jahre 1847, dass sich Ärzte ihre Hände mit Chlorkalk waschen müssen, was dazu führte, dass die Todesrate unter den Frauen enorm sank. Trotz seiner Bemühungen wurde er von seinen Kollegen ausgespottet und verachtet, denn sie wollten es einfach nicht glauben, dass ausgerechnet sie für den Tod der Frauen die Verantwortung trugen.

Im Jahre 1850 hielt er einen Vortrag im Thema Kindbettfieber in der Gesellschaft der Ärzte, dennoch erhielt er für seine Leistungen bloß eine Dozentur für theoretische Geburtshilfe. Ganz bekümmert und verärgert kehrte er nach Pest zurück, wo er im Jahre 1855 an der Universität eine Professur für Geburtshilfe erhielt. Zwecks Verbreitung seiner Entdeckungen fing er an, offene Briefe an Kollegen zu schreiben, jedoch fand er nur bei wenigen Kollegen Gehör. Sein Buch „Ätiologie, Begriff und Prophylaxe des Kindbettfiebers“ wurde im Jahre 1861 veröffentlicht. 4 Jahre später – im Jahre 1865 – wurde er wegen einer Geistesstörung in die sich in Wien befindende Landesirrenanstalt eingeliefert, wo er am 13. August 1865 an einer Wundinfektion starb.

Bereits zwei Jahre nach dem Tod von Ignaz Semmelweis bewies der Schotte Joseph Lister, dass es von enorm großer Wichtigkeit ist, die Operationstische vor den Eingriffen zu desinfizieren, weil somit die Sterblichkeit deutlich verringert werden kann. Er erinnerte auch an die Verdienste und Errungenschaften von Semmelweis, dessen Lebenswerk so verspätet zu Ehren kam.

József Béres (1920-2006)



József Béres ist am 7. Februar 1920 in Záhony geboren. Zuerst war er ein einfacher Arbeiter in einem Sägewerk, danach studierte er Gartenbau in Kecskemét. 1941 musste er zum Militär, von der Front kehrte er im Juni 1945 verletzt – mit einem gelähmten Arm – nach Hause zurück. 1947 heiratete er und bekam das Ehepaar Béres zwei Kinder: eine Tochter und einen Sohn. Sein Sohn, József Béres jr. ist heute der Generaldirektor des Pharmaunternehmens Béres. Im Jahre 1948 beendete er sein Studium im Gymnasium, das er wegen des II. Weltkriegs unterbrechen musste.

József Béres
József Béres

Ab 1954 leitete er ein Laboratorium in Kisvárda, inzwischen erwarb er sein Diplom an der Universität für Agrarwissenschaften in Gödöllő und wurde Agraringenieur. Seinen Doktortitel erhielt er im Jahre 1968. Ab 1964 war er fünfundzwanzig Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter des Landwirtschaftlichen Forschungsinstituts der Region Nyírség. Er erkannte die maßgebliche Rolle der Spurenelemente im Boden und im menschlichen Organismus, indem er die Ursachen des Kartoffelfaulens und den Nährstoffgehalt des Bodens erforschte.

Im Jahre 1972 stellte er seine Tropfen zusammen, die Spurenelemente sowie Mineralstoffe in komplexer Form enthielten, und zur Stärkung des Immunsystems, zur Vorbeugung von Krankheiten sowie zur Rehabilitation dienten. Die sich damals noch im Versuchsstadium befindenden Tropfen probierte er zunächst an sich selber, und anschließend an seinem Bruder aus, der an einem Gehirntumor gelitten hatte, und auf wundersame Weise genas. Viele Tumorkranke hatten von der Nachricht erfahren, und wandten sich an ihn, weil sie die letzte Hoffnung in ihm sahen. Und damit hat auch sein Dornenweg seinen Anfang genommen: die Ärzte und die offiziellen Behörden erschwerten und beeinträchtigten seine „Tätigkeit“, und leiteten im Jahre 1975 einen Gerichtsprozess wegen Kurpfuscherei gegen ihn ein. In dieser Zeit wurde ein Film über ihn gedreht, der sofort zensiert wurde, und dem Publikum erst zehn Jahre später gezeigt werden durfte. In dieser Zeit durfte keine seiner Publikationen erscheinen, und es entstanden zahlreiche Schriften, die ihn zu verunglimpfen beabsichtigten.

Seine Erfindung, die von vielen ausgezeichneten Persönlichkeiten der Politik und des öffentlichen Lebens gewürdigt worden war, durfte im Jahre 1978 auf dem Markt erscheinen. Die letzten Jahrzehnte belegen, dass es im Falle der Béres Tropfen zwar um kein Wundermittel handelt, aber sie lindern die körperlichen Schmerzen, verbessern die Widerstandsfähigkeit des Organismus und erhöhen den Appetit. Nach der Wende konnten auch die wissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt werden, infolgedessen wurden die Béres Tropfen im Jahre 2000 zum Arzneimittel erklärt. 1989 gründete József Béres die sich im Familieneigentum befindende Béres AG, und nach einigen Jahren rief er die Béres Stiftung ins Leben. Die Béres Tropfen wurden landesweit sehr schnell bekannt, und mittlerweile erfreuen sie sich auch im Ausland eines exzellenten Rufes. Das Familienunternehmen ist zurzeit mit 50 weiteren Produkten auf dem Markt präsent.

Schließlich wurde das Lebenswerk von József Béres auch offiziell anerkannt, und im Jahre 1997 erhielt er den Ungarischen Verdienstorden. 2002 durfte er die höchste wissenschaftliche Anerkennung, den Széchenyi-Preis, übernehmen. Am 26. März 2006 verstarb József Béres im Alter von 86 Jahren. Seine Statue wurde im Jahre 2008 im Medizinhistorischen Museum aufgestellt, und neulich wurde eine Promenade in der Stadt Szolnok nach ihm benannt.

Károly Than (1834-1908)



Károly Than, auch Carl von Than, ist am 20 Dezember 1834 in Becej (heute: Serbien) geboren. Er stammt aus einer verarmten Adelsfamilie, aber mit finanziellen Problemen hatte er nicht zu kämpfen. Carl von Than hat das Gymnasium in vier verschiedenen Städten – und zwar in Subotica (Szabadka), Kalocsa, Szolnok und Becskerek – besucht.

Károly Than
Károly Than

Im Alter von nur 14 Jahren nahm er am ungarischen Freiheitskampf teil. Nachdem die Ungarn im Jahre 1849 von den Habsburgern besiegt worden waren, zog Carl von Than zu einer Verwandtenfamilie nach Kőrösladány. Nachdem seine Mutter verstorben war und sein Vater arbeitslos geworden war, machte er eine Apothekerlehre. Im Jahre 1855 begann er sein Chemie- und Pharmaziestudium an der Universität Wien, und erwarb den Doktortitel bei Josef Redtenbacher. Nach den Jahren in Wien wechselte er nach Heidelberg, wo er mit Robert Bunsen zusammenarbeitete. Anschließend war er in Paris bei Charles Adolphe Wurtz tätig, und im Jahre 1858 kehrte er zu Professor Redtenbacher nach Wien zurück. 1859 wurde er zum Privatdozenten in Wien ernannt, und ab 1860 war er als ordentlicher Professor für Chemie an der Technischen Universität in Budapest tätig. In der ungarischen Hauptstadt war er die wichtigste Lehrkraft für zahlreiche Chemikergenerationen. Dank seinen Bemühungen wurde in Budapest ein hochmodernes Institut für Chemie errichtet. Er hat bis zu seinem Lebensende in Budapest gearbeitet und bekleidete eine Vielzahl von Ämtern.

1872 heiratet er Erika Kleinschmidt, mit der er 3 Söhne und zwei Töchter großzog. Nach achtundvierzig Jahren harter und beflissener Arbeit wurde er emeritiert und zum Baron geadelt. Bedauerlicherweise konnte er sein Lebensabend nicht lange genießen: Carl von Than starb am 5. Juli 1908 im Alter von 72 Jahren.

Das Spezialgebiet Thans war die analytische Chemie. Als Urtitersubstanzen empfahl er Kaliumiodat (in der Iodometrie) und Kaliumhydrogencarbonat (in der Säure-Base-Titration). Bei den Ergebnissen von Mineralienanalysen war er der erste, der Angaben nicht durch Salze, sondern in Ionen einführte. Das Jahr 1867 war im Leben des Carl von Than von großer Bedeutung: er entdeckte Carbonylsulfid in einer Mineralquelle und es gelang ihm, es aus Thocyansäure zu synthetisieren.

Im Jahre 1868 wurde ihm der Lieben-Preis verliehen. Er war der Gründer der ersten ungarischen Zeitschrift für Chemie (Magyar Chémiai Folyóirat) und war im Zeitraum von 1872-1908 der Präsident der Ungarischen Gesellschaft für Naturwissenschaften.

János (Hans) Selye (1907-1982)



Hans Selye wurde am 26. Januar 1907 als Sohn einer traditionellen Medizinerfamilie, die Ärzte in langer Folge stellte und sich für die Souveränität Ungarns einsetzte, in Wien geboren. Selye stammt eigentlich aus Komárom (heute: Komárno, Slowakei). Nach dem Ende des I. Weltkriegs fiel die Stadt an die Tschechoslowakei. In seinen jungen Jahren (1906-1924) besuchte Hans Selye die Benediktinerschule in seiner Heimatstadt, anschließend begann er sein Studium für Allgemeinmedizin, Biologie bzw. Chemie an der Prager Karls-Universität, die zu jener Zeit noch zu Deutschland gehörte. Nach den Jahren in der tschechischen Hauptstadt zog er nach Paris und studierte an der berühmten Sorbonne. Im Zeitraum von 1926-1927 setzte er sein Studium in Rom fort, wonach er nach Prag zurückkehrte. Hier promovierte er im Jahre 1929 zum Dr. med. und zwei Jahre später zum Dr. phil. mit einem Thema aus der Chemie.

János Selye
János Selye

1929 wurde er zum Assistenten für experimentelle Pathologie in Prag ernannt. Im Jahre 1931 fuhr er mit einem Stipendium der Rockefeller-Stiftung in die Vereinigten Staaten, wo er an der John-Hopkins-Universität tätig war. Anschließend zog Selye nach Kanada, wo er im Institut für Biochemie der McGill-Universität in Montreal arbeitete, wo er seine Forschungen bis zum Ende seines Lebens fortsetzte. Hier erhielt er 1934 eine außerordentliche Professur für Biochemie und ab 1945 ist er als Direktor seines eigenen Instituts (Institut de Medicine et de Chirurgie Experimentale) tätig.

Der Name von Hans Selye ist vom Begriff Stress und vom allgemeinen Adaptationssyndrom („Selye-Syndrom“) nicht zu trennen, die er mit langen und gründlichen Forschungen ausgearbeitet hat. Darüber hinaus widmete er auch dem Herzinfarkt sehr viel Zeit und Energie. Wegen seiner Stresstheorie wurde er fast 10 Jahre lang für den medizinischen Nobelpreis nominierte, doch verliehen wurde er ihm nie. Das ist der Tatsache zuzurechnen, dass seine Bemühung, in der er den Stress als den Auslöser zahlreicher Erkrankungen darstellte, mehrere medizinische Disziplinen berührte, was bei der Zuerkennung des Nobelpreises viele Probleme verursachte. Auch seine Lebensphilosophie kristallisierte sich um den Stress-Begriff heraus. Er vermochte mehrere Sprachen zu sprechen, war in der Lage mit beiden Händen zu zeichnen, verfügte über eine sehr große Allgemeinbildung und eine vielseitige Persönlichkeit, wodurch er bei seinen Vorlesungen eine äußerst suggestive Wirkung aus sein Publikum ausüben konnte.

Hans Selye ist der Autor von mehr als 1700 Arbeiten und 39 Büchern, die sich mit dem Thema Stress auseinandersetzten. „Ich habe allen Sprachen ein neues Wort geschenkt – Stress“, erklärte Selye, als er danach gefragt wurde, sein Lebenswerk zusammenzufassen. Seine Arbeiten sind in mehreren hunderttausend wissenschaftlichen Arbeiten zitiert und in fast allen Sprachen der Welt zitiert. Er ist auch noch heute der meistzitierte Autor in diesem Thema.

Hans Selye wird zurecht zu den bedeutendsten Wissenschaftlern des XX. Jahrhunderts gezählt: er ist Ehrendoktor von achtzehn Universitäten, Mitglied der Royal Society of Canada, Ehrenmitglied von 43 anderen wissenschaftlichen Gesellschaften, Ehrenbürger von zahlreicher Städte und Staaten, Besitzer von vielen hochrangigen Auszeichnungen und Autor von 38 Bänden und mehr als 1600 Publikationen. Hans Selye starb am 20. Oktober 1982 in Montreal.

Károly Moll (1889-1982)



Károly Moll wurde am 7. September 1889 in einer Familie deutscher Abstammung in Simaság (Ungarn) geboren. Nach dem Tod seines Vaters, Vilmos Moll, zog die Familie nach Pressburg (heute: Bratislava, Slowakei). Er erwarb das Abitur im evangelischen Lyzeum in Pressburg. Im Jahre 1913 erwarb Károly Moll sein Diplom für Allgemeinmedizin an der Universität in Budapest. Im dritten Jahr seines Studiums begann er sich für die Rheumatologie zu interessieren. Da es damals noch keine ungarischsprachigen Fachbücher gab, studierte er deutschsprachige Bücher, indem er sie ins Ungarische übersetzte.

Károly Moll
Károly Moll

Im Laufe seiner Sommerferien sammelte er in Pöstény (Bad Püschtin, Slowakei) praktische Erfahrungen auf dem Gebiet rheumatologischer Erkrankungen. Nach dem Erwerb seines Diploms zog er in die Große Schüttinsel (ungarisch: Csallóköz) zur Familie Apponyi. Während des I. Weltkriegs geriet er in italienische Gefangenschaft. Nachdem er im Jahre 1918 nach Hause zurückgekehrt war, begann er in der Klinik für Innere Medizin der Universität Budapest zu arbeiten, und legte die Facharztprüfung für innere Medizin, Neurologie bzw. Rheumatologie ab. Ab den 1920er Jahren war er auch - anfangs nur im Sommer - in Hévíz tätig und wurde Mitarbeiter von György Mojzer, Vilmos Schulhoff und Ödön Schulhoff. Im Zeitraum von 1927-1939 war er Chefarzt der rheumatologischen Abteilung des Krankenhauses der Ungarischen Staatsbahnen (MÁV). Im Jahre 1939 wurde er zum Generalsekretär der Balneologischen Gesellschaft ernannt.

Während des II. Weltkriegs war er als Militärarzt tätig, anschließend zog er samt seiner ganzen Familie in die westungarische Badestadt Hévíz. Im Jahre 1950 wurde er zum stellvertretenden Direktor des Staatlichen Rheumakrankenhauses sowie zum Chefarzt der Abteilung für Rheumatologie ernannt. 1968 wurde er pensioniert und war danach in seiner Privatpraxis tätig. Der berühmte Chefarzt übte seinen Beruf jahrzehntelang im Hévízer Krankenhaus aus und behandelte seine Patienten auf komplexe Art und Weise. Im Laufe seiner Laufbahn wurde Hévíz zu einer international bekannten Badestätte. Im Jahre 1953 erfand Károly Moll die Gewichtbadtherapie, die zur Heilung der Erkrankungen des Bewegungsapparates hervorragend geeignet ist. Er untersuchte unter anderem die Wirkung der Balneologie auf Herzkrankheiten, Unfallverletzungen, die Effizienz von Schwefelpackungen bzw. die Phantomschmerzen der Endglieder. Darüber hinaus erforschte er die Strömungen des Hévízer Thermalsees, den Heilschlamm und erstellte die Vergleichsanalyse der bedeutendsten Thermalwässer des Landes und befasste sich mit der Diagnostik und den Therapiemöglichkeiten der Erkrankungen der Wirbelsäule.

Im Jahre 1992 wurde ihm posthum – als Anerkennung seiner mehrere Jahrzehnte langen, international anerkannten wissenschaftlichen Tätigkeit auf dem Gebiet der Rheumatologie und der Balneologie – von der Stadt Hévíz der Titel des Ehrenbürgers verliehen. In Hévíz wurde ein Platz nach ihm benannt und im Jahre 2000 wurde das dr. Károly Moll medizinhistorische Gedenkzimmer im Hévízer Museum eröffnet.

Die Gegenwart des ungarischen Medizinunterrichts



Dank der ausgezeichneten Aus- und Weiterbildung an den Medizinischen Universitäten verfügen die ungarischen Ärzte – insbesondere die Zahnärzte – über einen exzellenten Ruf. Heute werden die künftigen Fachleute bereits in vier Zentren ausgebildet: neben Budapest wird Medizin in Pécs, in Debrecen und in Szeged auf Universitätsebene unterrichtet. An allen vier Universitäten können die Absolventen ihr Diplom erst dann bekommen, wenn sie im Laufe ihres Studiums ein mehrjähriges Praktikum erwerben.

Aufgrund dieser international anerkannten und für neue Methoden und Theorien offenen Unterrichtsform sind die Studenten in der Lage, die neuesten und modernsten Technologien sowie Werkstoffe kennen zu lernen, die sie später in der Praxis auch anwenden können. Die Gelencsér Dental Zahnklinik war schon immer ein Vorreiter, was die Verwendung von innovativen Methoden angeht, und bietet ihren Patienten das ganze Spektrum modernster Zahnmedizin an. Wenn Sie sich also für uns entscheiden, können Sie sich sicher sein, dass Sie ausgezeichnete zahnmedizinische Dienstleistungen zu besonders günstigen Preisen bekommen werden!


Berühmte ungarische Ärzte
Berühmte ungarische Ärzte Die Namen kennt kaum jemand, dabei stammt Vitamin C, das Wort für die Erscheinung Stress, der Retter der Mütter und Vieles mehr aus Ungarn.
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Letzte Änderung: 25. Januar 2017
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Autor: Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér, Inhaber der Gelencsér Dental GmbH Zahnmedizinisches und Zahntechnisches Labor in Hévíz, leitender Fachzahnarzt. Schwerpunkte: Prothetik, Ästhetischer Zahnersatz, Implantationszahnersatz, Vollkiefer-Rekonstruktion, Implantation, fester, herausnehmbarer sowie kombinierter Zahnersatz, Gnathologie, Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Folgen Sie ihm auf folgenden Social Media Oberflächen: Facebook, Youtube oder kontaktieren Sie ihn per E-Mail: drgelencser@zahnarzt-ungarn-heviz.de
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