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Welches deutsche Bundesland gibt statistisch gesehen am meisten für den Zahnersatz aus?

Dienstag, 20. Februar 2018 | Druckversion

In Sachen Mundgesundheit gehört die Bundesrepublik weltweit zu den Spitzenreitern: Bei Kindern wie Erwachsenen sind die Werte für Karies, Parodontitis oder völlige Zahnlosigkeit seit Jahrzehnten rückläufig und im internationalen Vergleich sehr gering.

Zu verdanken ist dieser Erfolg zum einen der systematischen Gesundheitsaufklärung und der dadurch verbesserten Mundhygiene der Deutschen, zum anderen dem hohen zahnärztlichen Versorgungsniveau und der Abdeckung zahnärztlicher Leistungen durch das Krankenkassensystem: Zahngesundheit ist in Deutschland keine Frage des Geldes!


Die Statistik zeigt, dass immer mehr Bundesbürger auch im hohen Alter über gesunde natürliche Zähne verfügen – doch auch die bedarfsgerechte Versorgung mit Zahnersatz ist in Deutschland beispielhaft - und das in allen sozialen Schichten!

Der folgende Text zeigt auf:
  • welche regionalen Unterschiede es beim Thema Zahnersatz gibt,
  • wie hoch die Kosten für die verschiedenen Arten von Zahnersatz sind
  • und wie Patienten beim Zahnersatz Kosten sparen können.


Zahnersatzkosten in Deutschland



Die Ausgaben für Zahnersatz werden in Deutschland zwischen Krankenkassen und Patienten aufgeteilt:
  • Gesetzliche Krankenkassen (GKV) zahlen befundbezogene Festzuschüsse für Zahnersatz, die Differenz zu den tatsächlichen Kosten bildet den sog. Eigenanteil, der vom Patienten selbst zu tragen ist. Dieser kann durch den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung reduziert werden.
  • Private Krankenkassen (PKV) arbeiten mit verschiedenen Tarifen, die die Kostenerstattung für zahnärztliche Leistungen, u.a. Zahnersatz regeln. Besonders zu beachten sind dabei sog. Zahnstaffeln, die die Leistungen in den ersten Versicherungsjahren limitieren.

Die GKV verzeichneten 2015 Ausgaben von 3,27 Mrd. € für Zahnersatz. Dies entspricht knapp einem Viertel der Gesamtausgaben für zahnärztliche Behandlungen.

Kostenverteilung Zahnersatz nach Bundesland



Der BARMER GEK Zahnreport 2016 ↗ vermerkt, dass die Ausgaben für jeden Versicherten, der neuen Zahnersatz erhielt, bei durchschnittlich 1.467 € lagen (Frauen: 1.497 Euro, Männer: 1.435 Euro), der Eigenanteil der Versicherten lag bei 854 Euro.

Bemerkenswert sind vor allem die regionalen Unterschiede bei den Gesamtausgaben pro versorgtem Versicherten:
  • Am höchsten sind die Werte in Bayern (1.719 €), Nordrhein-Westfalen (1.672 €) und Baden-Württemberg (1.664 €).
  • Die Bundeshauptstadt Berlin liegt mit 1.444€ im unteren Bereich der Ausgaben.
  • Am niedrigsten sind die Werte dagegen in den östlichen Bundesländern (Sachsen 1.302 €, Sachsen-Anhalt 1.371 €, Mecklenburg-Vorpommern 1.380 €, Thüringen 1.394 €).

Dementsprechend variieren auch die Eigenanteile der versorgten Versicherten je nach Bundesland:
  • Sie liegen im Südwesten der Republik am höchsten (Bayern 1132 €, Baden-Württemberg 1.097 €).
  • In den östlichen Bundesländern dagegen sind diese Beträge deutlich niedriger (Mecklenburg-Vorpommern 639 €, Sachsen 636 €, Sachsen-Anhalt 628 € - dies entspricht nur 55% des bayerischen Spitzenwertes).

Zudem zeigt sich, dass in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen der Eigenanteil mehr als 60%, in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt dagegen weniger als 50% der Gesamtausgaben beträgt.

Dies hängt vor allem damit zusammen, dass Patienten in den östlichen Bundesländern sich oft für die Regelversorgung entscheiden, in Bayern und Baden-Württemberg dagegen am häufigsten eine darüber hinausgehende Versorgung gewählt wird.

Kostenverteilung Zahnersatz nach Städten



Angesichts der Daten auf Länderebene überraschen die Preisunterschiede für Zahnersatz in den einzelnen Städten Deutschlands nur wenig. Wählt man die Einzelkrone als Vergleichsbasis, so liegen:
  • München und Stuttgart mit Kosten von 823 bzw. 819 € auf den Spitzenplätzen;
  • etwas preiswerter ist es in Frankfurt am Main, Augsburg, Freiburg im Breisgau und Darmstadt mit 756-744 €;
  • am preiswertesten wiederum ist die Einzelkrone im Ruhrgebiet (Gelsenkirchen 578 €, Bottrop 575 €, Duisburg 566 €) sowie im Osten der Republik (Magdeburg und Dresden ca. 580 €, Rostock 569 €, Erfurt 551 €, Cottbus 529 €).

Vergleicht man die Kosten für Zahnimplantate ↗, so liegt:
  • Stuttgart mit 3.363€ auf dem Spitzenplatz
  • Augsburg, Frankfurt am Main und Mannheim sind mit 3.211 – 3.294 € nur unwesentlich preiswerter,
  • am günstigsten wiederum sind Münster, Freiburg im Breisgau, Dortmund und Bochum mit Kosten von unter 2.700 €.

Hier spiegeln sich sicherlich zum einen die unterschiedlichen Miet- und Personalkosten der verschiedenen Städte, zum anderen aber auch der Behandlungsaufwand wider, der lt. Gebührenordnung für Zahnärzte über Steigerungsfaktoren abgerechnet werden kann.

Teuerste Stadt Deutschlands für Zahnersatz



Die Frage nach der teuersten Stadt Deutschlands in Sachen Zahnersatz lässt sich mithilfe der Angaben des ErgoDirekt-Monitors für Zahnarztkosten in Deutschland nur ungefähr beantworten: Hier liegen Stuttgart und München nämlich fast gleichauf.
  • Stuttgart belegt sowohl bei Brücken (2.321 €) als auch Implantaten (3.363 €) den Spitzenplatz und liegt bei Kronen (819 €) auf Platz 2 hinter München.
  • München belegt den Spitzenplatz bei Kronen (823 €) und Prothesen (923 €) und liegt bei Brücken (2.293 €) auf Platz 2 hinter Stuttgart.


Kosten für Zahnersatz nach Behandlungsart



Die Daten der GKV zu den verschiedenen Arten von Zahnersatz zeigen einen spürbaren Wandel, der durchaus als Prophylaxe-Erfolg gewertet werden kann:
  • Im Vergleich der Jahre 1987 und 2015 ergibt sich ein deutlicher Anstieg bei der Zahl der Einzelkronen (+44 %) und Brücken (+5 %), die kleinere Zahnlücken schließen.
  • Bei Teil- und Totalprothesen dagegen zeigt sich ein deutlicher Rückgang (-15 bzw. -35 %), da weniger Menschen unter großräumiger Zahnlosigkeit leiden.


Selbstverständlich ergeben sich auch spürbare Kostenunterschiede nach den verschiedenen Varianten des Zahnersatzes. Die nachfolgend genannten Werte sind stets Richtwerte, die individuellen Kosten können je nach Diagnose davon abweichen.

Zahnkronen Kosten



Die Kosten für eine einzelne Zahnkrone liegen in Deutschland zwischen 250 und 1000 Euro. Diese recht große Spanne erklärt sich nicht nur durch die oben angeführten regionalen Unterschiede, sondern vor allem auch durch das gewählte Material.

Die Regelversorgung der Krankenkasse sieht regulär Metallkronen vor, im Sichtbereich Metallkronen mit zahnfarbener Keramikverblendung. Daneben gibt es jedoch auch weitere, hochwertigere Alternativen:
  • 250-400 € Vollmetallkrone (Nicht-Edelmetall)
  • ab 300 € Verblendkrone, d.h. Metallkrone mit zahnfarbener Keramikverblendung
  • 500-700 € Goldkrone
  • 600-800 € Teleskop-Krone
  • 700-1000 € Vollkeramikkrone

Der Festzuschuss der GKV (Stand: 2017) beträgt 142,22 € für eine zerstörte natürliche Zahnkrone, ggf. zuzüglich 51,33 € im Frontzahnbereich.

Zahnkronen und Zahnbrücken Kosten



Zahnbrücken bestehen aus den sog. Brückenpfeilern (überkronte natürliche Zähne) und Brückengliedern (zur Schließung der Zahnlücke). Hier hängt der Preis nicht nur vom gewählten Material, sondern vor allem auch von Position und Zahl der benötigten Brückenglieder ab.

Hier einige Beispiele für eine Brücke mit einem Brückenglied, d.h. einem fehlenden Zahn [in eckigen Klammern: 2 Brückenglieder = 2 fehlende Zähne]:
  • 600-1300 € Brücke aus Nicht-Edelmetalllegierung, unverblendet [800-1900 €]
  • 700-1500 € Brücke aus Nicht-Edelmetalllegierung, vollverblendet [900-2350 €]
  • 800-1600 € Vollkeramik-Brücke (Zirkonoxid) [1000-2500 €]
  • 1300-2650 € Brücke aus Edelmetalllegierung (Gold), unverblendet [1800-3800 €]
  • 1600-3000 € Brücke aus Edelmetalllegierung (Gold), verblendet [2000-4000 €]

Der Festzuschuss der GKV beträgt 336,50 € für eine Brücke mit einem Brückenglied, für größere Lücken entsprechend mehr (385,05 € für 2 Brückenglieder, 433,88 € für 3, 477,25 € für 4 Brückenglieder). Auch hier wird im Frontzahnbereich ein Zusatzbetrag für die ästhetische Verblendung gewährt.

Zahnimplantate Kosten



Die Kosten für Zahnimplantate hängen von der Zahl der zu setzenden Implantate (künstliche Zahnwurzeln) und dem gewählten Material ab, ggf. auch den Kosten für Knochenaufbaumaßnahmen.

Hinzu kommen die Kosten für die Suprakonstruktion (auf den Implantaten befestigte künstliche Zahnkronen), abhängig vom für die Konstruktion gewählten Material.

Hier einige Kostenbeispiele:
  • ab 900 € Einzelimplantat mit künstlicher Krone
  • ab 1750 € Zahnbrücke mit einem Implantat + einem natürlichen Zahn als Brückenpfeiler
  • ab 2400 € Zahnbrücke auf 2 Implantaten
  • ab 4500 € implantatgetragene Stegprothese

Der Festzuschuss der GKV orientiert sich an der Diagnose, also an der Zahl der zu ersetzenden natürlichen Zähne – siehe die Abschnitte zu Zahnkrone bzw. Zahnbrücke.

Zahnprothesen Kosten



Zahnprothesen dienen der Behebung größeren Zahnmangels - entweder in Form einer Teilprothese oder als Totalprothese. Auch hier sind unterschiedlichste Konstruktionen unter Einsatz verschiedener Materialien möglich:
  • 500-850 € herausnehmbare Vollprothese (je Kiefer)
  • 600-900 € herausnehmbare Teilprothese, mit Klammern verankert
  • ab 4500 € implantatgetragene Stegprothese
  • ab 2000 € kronengetragene Teleskopprothese

Der Festzuschuss der GKV variiert je nach Diagnose: Für eine Totalprothese gelten 313 bzw. 334 € (Ober- bzw. Unterkiefer), ggf. zuzüglich Zusatzbeträge für Zusatzerfordernisse (bspw. Metallbasis oder Stützstiftregistrierung). Für Modellguss-Teilprothesen 340 € je Kiefer, dazu gibt es weitere Zusatzbeträge für Teleskope etc.

Kosten einsparen beim Zahnersatz



Wer Zahnersatz benötigt, wünscht sich eine ästhetisch ansprechende Lösung, die allen funktionellen Ansprüchen beim Sprechen, Lachen und Essen genügt. Um die gewünschte Lösung finanzierbar zu machen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Zahnzusatzversicherung



Insbesondere für gesetzlich Versicherte lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung, die – je nach Tarif – einen bestimmten Anteil des nach dem Festzuschuss der GKV verbleibenden Eigenanteils übernimmt.

Je höher der gewünschte Zuschuss, desto höher selbstverständlich auch die Prämien. Beim Abschluss sind auch eventuelle Wartezeiten zu beachten.

Bonusheft



Regelmäßige Zahnarztbesuche bieten eine sinnvolle Prophylaxe gegen Zahnverlust: Wenn Karies und Parodontitis rechtzeitig behandelt werden, steigt die Chance, dass die natürlichen Zähne bis ins hohe Alter erhalten bleiben.

Daher bietet die GKV ihren Versicherten die Möglichkeit, über das Bonusheft regelmäßige Zahnarztbesuche nachzuweisen und dadurch den Eigenanteil für Zahnersatz zu senken:
  • lückenlose Führung über 5 Jahre = plus 20 % Zuschuss der GKV
  • lückenlose Führung über 10 Jahre = plus 30 % Zuschuss der GKV


Härtefallregelung



GKV-Kunden mit sehr geringen Einkommen werden vom Eigenanteil für Zahnersatz befreit, wenn dieser eine unzumutbare Belastung darstellt. Hierzu muss ein Antrag bei der zuständigen Krankenkasse gestellt werden:
  • Für 2018 gilt eine Grenze der monatlichen Bruttoeinnahmen von 1218 € (1 Person), 1674 € (mit einem Angehörigen), 1979 € (mit 2 Angehörigen) bzw. 2283 € (mit 3 Angehörigen). Die GKV übernimmt dann 100 % der Kosten für die Regelversorgung.
  • Liegt das Einkommen knapp über der Verdienstgrenze, kann ein erhöhter Festzuschuss gezahlt werden.


Zahnärztliche Zweitmeinung



Wer Zahnersatz benötigt, ist angesichts der Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten oft verunsichert – insbesondere dann, wenn der Heil-und Kostenplan eine recht hohe Summe ausweist. Hier kann das Einholen einer Zweitmeinung sinnvoll sein.

Zweitmeinungsmodell & Beratungsstellen



Das Zweitmeinungsmodell der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen möchte Patienten darin bestärken, sich umfassend zu informieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Daher wurde ein Netz neutraler Beratungsstellen eingerichtet.

Die Beratung ist grundsätzlich kostenfrei und wird von erfahrenen Zahnärzten durchgeführt, die die Patienten anschließend nicht behandeln dürfen: Sie sind also wirklich neutral und haben bei der Analyse des Heil- und Kostenplanes keinerlei wirtschaftliches Interesse.

Die Beratungsstellen:
  • beantworten Fragen zur vorgesehenen Behandlung
  • erklären die Kostenaufteilung zwischen Krankenkasse und Versichertem
  • zeigen ggf. alternative Behandlungsmöglichkeiten auf

Die Patientenberatungsstellen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern findet man über die Websites der jeweiligen Bundesländer ↗.

Kostenvergleich



Alternativ oder zusätzlich zu der beschriebenen Beratung steht es selbstverständlich jedem Patienten frei, einen Kostenvergleich durchzuführen, das heißt auf Basis des Heil-und Kostenplanes Angebote anderer Zahnärzte einzuholen.

Dabei muss man sich keineswegs auf Zahnärzte aus der eigenen Region beschränken, sondern kann sich EU-weit informieren: Die Festzuschüsse der GKV werden auch bei einer Behandlung im EU-Ausland gezahlt.

Hauptreiseziel des europäischen Zahntourismus ist Ungarn: Das kleine Land im Herzen Europas ist bekannt für eine zahnärztliche Versorgung auf westeuropäischem Niveau – bei deutlich geringeren Preisen. Vergleichen Sie selbst!


Welches deutsche Bundesland gibt statistisch gesehen am meisten für den Zahnersatz aus?
Zahnreport Deutschland Die Kosten für hochwertigen Zahnersatz können schnell in schwindelerregende Höhen schießen. Ob Zahnimplantat oder Zahnkrone: Wir zeigen Ihnen, welche Bundesländern am meisten für schöne Zähne ausgeben und wie Sie bei der Wahl des Zahnersatzes bares Geld sparen können. Schöne Zähne müssen nicht teuer sein!
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Letzte Änderung: 26. April 2018
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Autor: Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér, Inhaber der Gelencsér Dental GmbH Zahnmedizinisches und Zahntechnisches Labor in Hévíz, leitender Fachzahnarzt. Schwerpunkte: Prothetik, Ästhetischer Zahnersatz, Implantationszahnersatz, Vollkiefer-Rekonstruktion, Implantation, fester, herausnehmbarer sowie kombinierter Zahnersatz, Gnathologie, Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Folgen Sie ihm auf folgenden Social Media Oberflächen: Facebook, Youtube oder kontaktieren Sie ihn per E-Mail: drgelencser@zahnarzt-ungarn-heviz.de
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