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Karies: Risikofaktoren, Krankheitsstadien und Prophylaxe

Donnerstag, 05. April 2018 | Druckversion

Zahnkaries ist ein Thema, dass nahezu jeden betrifft: 98% aller Menschen in den europäischen Industrieländern haben mindestens einmal in ihrem Leben ein ‘Loch im Zahn’.

Damit ist die Karies die häufigste Infektionserkrankung Europas.

Gerade deshalb ist es dem Ärzteteam der Gelencsér Dental Zahnklinik ein besonderes Anliegen, über die Gefahren der Zahnkaries aufzuklären. Der folgende Text erläutert:

Im zweiten Teil des Textes gehen wir dann intensiver auf die medizinischen Hintergründe und Details der Zahnkaries ein, insbesondere:


Was ist Karies?



Karies ist eine Erkrankung, bei der die Zahnhartsubstanz von der Oberfläche beginnend zerstört wird. Der Begriff "caries" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt etwa "Morschheit" oder "Fäulnis".


Bei der Karies kommt es zum Abbau der Zahnhartsubstanz, die den Zahn umhüllt und schützt. Das volkssprachliche "Loch" im Zahn ist ein spätes Stadium der Karies, wenn die Zahnoberfläche bereits zerstört worden ist.

Die Bakterien, die mitverantwortlich für Karies sind, leben meist schon seit der frühen Kindheit im Mundraum eines jedes Menschen.
Karies entsteht allerdings nur, wenn das Gleichgewicht zwischen "Entkalkung" der Zahnoberfläche (Demineralisation) und Wiederaufbau der Zahnhartsubstanz (Remineralisation) gestört ist.

Bei einem intakten Gleichgewicht richten die Bakterien keinen Schaden an. Karies ist daher auch nicht ansteckend (siehe: Ist Karies ansteckend? ↗).

Die Karies verläuft in vier beziehungsweise fünf Stadien, abhängig von der verwendeten Lehrmeinung. Manche Autoren zählen Schmelz- und Dentinkaries als ein eigenes Stadium (Stadium 2), da beide Schichten zusammen die Zahnhartsubstanz bilden.

Genauer hingegen ist die Unterscheidung in fünf Stadien. Die einzelnen Kariesstadien werden im entsprechenden Abschnitt "Die Stadien der Karies im Detail" näher ausgeführt.

Wie entsteht Karies?



Karies ist eine Erkrankung, der viele unterschiedliche Faktoren zugrunde liegen. Deren Entstehung wird vor allem mit der "ökologischen Plaquehypothese" erklärt.

Nach Klaus G. König gibt es vier entscheidende Faktoren für die Entstehung der Zahnkaries:
  • Der erste Faktor ist der Zahn selbst: Form und Stellung des Zahns sowie die Zusammensetzung der Zahnhartsubstanz sind für die Anfälligkeit des Zahns für Karies ebenso bedeutsam wie auch der Speichel und das Abwehrsystem des gesamten Körpers.
  • Der zweite Faktor sind die Mikroorganismen im Mund, vor allem Bakterien, seltener andere Einzeller oder Pilze: Karies entsteht nicht aufgrund eines bestimmten Mikroorganismus, sondern aus dem Zusammenspiel sämtlicher Mikroorganismen. Dennoch hat sich ein "Leitkeim" etabliert, dessen hohe Anzahl als wichtiger Hinweis auf ein erhöhtes Karies-Risiko gilt; es handelt sich hierbei um Streptokokkus mutans.

    Zu den Mikroorganismen im Mundraum gehören:
    • Streptokokkus mutans und andere Streptokokken
    • Laktobazillen (Laktobazillus acidophilus)
    • Actinomyzeten (A. viscosus und A. odontolyticus)
    • Fusobakterien

    Diese leben als sogenannter "Plaque" auf den Zähnen und ernähren sich von Kohlenhydraten (zum Beispiel Zucker).
    Als Abbauprodukt fallen organische Säuren an, die Mineralsalze, wie etwa Hydroxylapatit, das die Widerstandsfähigkeit des Zahns erhöht, aus der Zahnhartsubstanz herauslösen. Dieser Vorgang wird als Demineralisation bezeichnet.
  • Der dritte Faktor ist die Zeit: Je länger die Einwirkzeit der Säuren andauert, desto schwerer ist der resultierende Schaden.
  • Der vierte Faktor ist das Substrat: Darunter fallen die Kohlenhydrate, die den Mikroorganismen als Nahrung dienen.

Wenn einer dieser vier Faktoren fehlt bzw. der Zahn als erster Faktor nicht angreifbar ist, kann sich keine Karies entwickeln. Wirken diese Faktoren aber zusammen über einen längeren Zeitraum, dann entsteht ein bleibender Defekt der Zahnsubstanz. Ein solches "Loch" ist nicht mehr umkehrbar.

Wie aus der Aufzählung ersichtlich, können die zugrundeliegenden Faktoren zum Teil von den Betroffenen selbst beeinflusst werden. Wie man Karies vorbeugen kann, wird im folgenden Abschnitt erläutert.

Was ist Plaque?



Als Plaque wird ein fest am Zahn haftender Belag bezeichnet, in dem sich sowohl lebende, als auch tote Mikroorganismen ansammeln. Um die Mikroorganismen herum befindet sich eine Substanz, die reich an Zucker und Eiweiß ist. Diese Substanz entsteht durch die Vermehrung und den Stoffwechsel der Mikroorganismen.

Eine Entfernung von Plaque mit Zahnbürste und Zahncreme sollte mindestens zweimal am Tag für drei Minuten erfolgen. Darüber hinaus ist regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung zu empfehlen.

Risikofaktoren für Karies



Manche Risikofaktoren, wie falsche Ernährung, können selbst beeinflusst werden, wohingegen Faktoren wie die Zahnbeschaffenheit, beispielsweise die chemische Zusammensetzung, nur eingeschränkt beeinflussbar sind.

Ernährung



Beinhaltet die Ernährung viele zuckerhaltige Nahrungsmittel, so ist das Risiko für Karies erhöht. Daher sollte auf eine ausgewogene gesunde Ernährungsweise geachtet werden.

Zuckerhaltige Softdrinks sind zurückhaltend zu konsumieren. Auf süße Getränke und Speisen oder Chips muss dennoch aber nicht gänzlich verzichtet werden.

Ein Nachtisch nach der Hauptmahlzeit ist besser als ständiges Naschen zwischendurch. Wenn immer wieder Zucker in den Zahnzwischenräumen hängen bleibt, begünstigt dies die Vermehrung von Mikroorganismen.

Einfluss nimmt außerdem die Menge des Speichels: Der Speichel schützt die Zähne und ermöglicht es, Keime des Mundraums herunterzuschlucken. Bei Mundtrockenheit (Xerostomie) können zuckerfreie Lutschbonbons oder Kaugummis zur Anregung des Speichelflusses genutzt werden.

Mundtrockenheit kann ein Symptom einer Krankheit sein (z. B. Probleme mit den Speichel- oder den Tränendrüsen) oder als Nebenwirkung von Medikamenten (beispielsweise Antidepressiva) auftreten oder auch in Folge einer Strahlentherapie.

Viel Trinken steigert zwar nicht die Speichelproduktion, hilft aber kurzfristig gegen das störende Gefühl im Mund. Wird hingegen zu wenig getrunken, dann trocknet der Körper regelrecht aus (Dehydratation).

Der Mediziner spricht hier von einer Exsikkose, die auch mit Mundtrockenheit und einer trockenen Zunge einhergeht. Einer solchen Exsikkose kann mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr begegnet werden. Bei starker Austrocknung wird zusätzlich Flüssigkeit intravenös verabreicht.

Fehlbiss, Zahnfehlstellungen und Knirschen



Fehler im Biss oder Zahnfehlstellungen sind mit einem erhöhten Kariesrisiko verbunden. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und die Behandlung von Mangelzuständen sind bei Vorliegen dieser ein wichtiger Schutzfaktor vor Karies.

Sollte eine Korrektur beispielsweise mit fester oder herausnehmbarer Zahnspange notwendig sein, ist deren sachgerechte Reinigung Bestandteil der Zahnhygiene und dient damit ebenfalls dem Schutz vor Karies. Gleiches gilt für die regelmäßige und gründliche Reinigung von herausnehmbaren Prothesen.

Das nächtliche Zähneknirschen, -pressen und -reiben (Bruxismus) zerstört über kurz oder lang den Zahn, so dass dieser sogar brechen kann. Die kleineren Schäden in der Zahnhartsubstanz bieten den Mikroorganismen eine Angriffsfläche: Hier bleiben Nahrungsreste hängen und den Mikroorganismen werden ideale Bedingungen für Wachstum und Vermehrung geboten.

Fast ein Fünftel der deutschen Bevölkerung knirscht nachts mit den Zähnen, viele wissen aber lange davon nichts, sondern erfahren es erst spät, beispielsweise vom Lebenspartner. Häufig ist das Knirschen eine Stressreaktion. Zum Schutz der Zähne kann der Zahnarzt hier eine Beißschiene verordnen.

Um das Knirschen gänzlich zu unterbinden, können Entspannungstechniken hilfreich sein. Die feinen Risse in den Kauflächen lassen sich nicht selbstständig rückgängig machen, der Zahnarzt kann diese aber versiegeln. Außerdem sollten Betroffene darauf achten, die Rillen nicht durch die falsche Zahnpasta zu vertiefen!

Dafür gibt es für jede Zahnpasta den RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion), der ein Richtwert dafür ist, wie stark die Zahncreme die Zahnhartsubstanz angreift. Gerade bei ehemaligen Knirschern sind RDA-Werte von bis zu 70 zu empfehlen, weil dadurch die Zahnhartsubstanz geschont wird.

Medikamente und chronische Erkrankungen



Chronische Krankheiten beeinträchtigen das Immunsystem, was die Anfälligkeit für Infektionen erhöht. Erkrankungen wie HIV, Diabetes mellitus oder Krebserkrankungen schwächen das Immunsystem zum Teil direkt. So werden beispielsweise von HIV befallene Abwehrzellen in der Folge zerstört.

Erkrankungen wie Krebs schwächen das Immunsystem auch indirekt durch die Behandlung, beispielsweise durch die Gabe von Immunsuppressiva. Des Weiteren können Medikamente wie Antibiotika und Kortikosteroide (beispielsweise Prednisolon, Cortison und Budesonid) das Abwehrsystem beeinflussen.

Asthmatiker, die regelmäßig ein kortikosteroidhaltiges Spray anwenden, sollten nach dem Sprühstoß ein Glas Wasser nachtrinken. Dadurch werden Mundraum und Zähne vor dem abwehrschwächenden Kortikosteroid befreit. Auf den Körper selbst hat das heruntergespülte Medikament keinen Einfluss, da es in die Leber gelangt und dort abgebaut wird.

Vorbeugung von Karies



Zur Vorbeugung von Karies kann jeder selbst auf die richtige Zahnreinigung achten. Außerdem ist die richtige Menge an Fluorid wichtig für widerstandsfähige Zähne.

Mund- und Zahnhygiene



Damit keine Karies entsteht, sollten die Zähne mindestens zweimal täglich für drei Minuten mit einer geeigneten Zahnbürste und Zahncreme geputzt werden. Vor allem nach stark zuckerhaltigen Speisen ist das Zähneputzen anzuraten. Mit Hilfe von Zahnseide ist auch die Reinigung der Zahnzwischenräume zu empfehlen.

Nach dem Verzehr von Lebensmitteln, die viel Säure enthalten, wie beispielsweise Cola oder Zitrusfrüchte, sollte mit dem Zähneputzen etwa eine halbe Stunde gewartet werden. Wird die auf den Zähnen verbliebene Säure mit der Zahnbürste verrieben, kann dies Schäden in der Zahnoberfläche verursachen.

Fluorid



Ein harter Zahnschmelz bietet Schutz vor der Zerstörung durch Säuren. Um die Härte des Schmelzes zu erhöhen, sollten Zahncremes mit Fluorid verwendet werden. Darüber hinaus empfiehlt sich die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz.

Bei Kindern kann die Einnahme von Fluoridtabletten hilfreich sein; dies ist aber mit dem behandelnden Zahnarzt zu besprechen.

Vorsorge beim Zahnarzt



Die wichtigste Kariesvorsorge sind regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt. Der Zahnarzt kann beurteilen, wie oft eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll ist. Üblicherweise wird diese zweimal jährlich angeraten.

Bei der professionellen Zahnreinigung ist eine gründlichere Entfernung von Zahnbelägen möglich als bei der Zahnpflege zu Hause. Außerdem kann ein fluoridhaltiges Gel auf die Zahnoberfläche aufgetragen werden, um die Härte des Zahnschmelzes zu erhöhen.

Durch die sogenannte Fluoridprophylaxe konnte das Kariesrisiko der Bevölkerung deutlich verringert werden: Zahnpasta, Trinkwasser und Speisesalz werden in Deutschland und anderen Industrieländern mit Fluorid angereichert.

Ob ein Kind zusätzlich Fluoridtabletten einnehmen sollte, ist mit dem behandelnden Zahnarzt abzuklären. Experten warnen vor einer möglichen Überdosierung, wenn Fluoridtabletten und fluoridhaltige Zahnpasta zugleich angewendet werden.

In der Folge können nicht nur bei Milchzähnen, sondern auch bei bleibenden Zähnen weißliche, streifige Verfärbungen bis hin zu braunen Flecken zurückbleiben, die nicht entfernbar sind.

Des Weiteren müssen Fluoridtabletten richtig angewendet werden: Aufgelöst in der Milch verliert das Fluorid seine Wirkung. Manche Zahnärzte empfehlen daher, die Tablette mit etwas Wasser zu vermischen und mit dieser Mischung die Zähne zu putzen.

Eine andere Vorsorgemöglichkeit ist die Fissurenversiegelung bei Kindern und Erwachsenen. Fissuren sind kleinste Rillen und Kerben, die sich in den Kauflächen der Backenzähne befinden können.

Sie sind zum einen genetisch bedingt und zum anderen Folge des Zähneknirschens. Mit dem bloßen Auge sind Fissuren nicht sichtbar, Mikroorganismen siedeln sich hier jedoch bevorzugt an. Durch die Versiegelung wird den Mikroorganismen der geschützte Lebensraum genommen.

Die Kosten für die Versiegelung kariesfreier Fissuren an bleibenden Backenzähnen werden für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In allen anderen Fällen muss die Versiegelung selbst bezahlt werden und kostet pro Zahn bis zu 18 Euro.

Ist Karies erblich?



Karies und insbesondere schwere Verlaufsformen kommen familiär gehäuft vor. Darum liegt der Gedanke nahe, dass Karies erblich sein könnte. Dies ist aber nicht der Fall.

Die Ursache für häufige Karieserkrankungen bei Verwandten liegt vor allem daran, dass Kinder das Verhalten der Eltern nachahmen. Putzen sich die Eltern nicht regelmäßig ihre Zähne und verwenden keine Zahnseide, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Kinder ebenfalls eine mangelhafte Zahnhygiene betreiben.

Ähnliches gilt für die Ernährung: Naschen die Eltern oft zwischendurch Süßigkeiten, können Kinder dieses Essverhalten übernehmen, was wiederum die Entstehung von Karies fördert.

Allerdings gibt es gleichwohl erbliche Faktoren, die die Zahnentwicklung betreffen. Dazu zählen beispielsweise tiefe Zahnrillen (Fissuren) in den Kauflächen der Backenzähne.

Ist Karies ansteckend?



Die Karies zählt zwar zu den Infektionskrankheiten, ist aber grundsätzlich nicht ansteckend. Dies klingt zunächst widersprüchlich, lässt sich aber dadurch erklären, dass eine Beschwerden verursachende Besiedlung mit Mikroorganismen vorliegt, was einer Infektion entspricht.

Die beteiligten Mikroorganismen befinden sich im Mundraum eines jeden Menschen. Die Besiedelung mit diesen Keimen erfolgt bereits im frühen Kindesalter. Das bedeutet, dass Karies nicht durch Küssen weitergegeben werden kann.

Experten sind sich jedoch nicht darüber einig, ob dies auch für Kleinkinder gilt. Deshalb sollten an Karies erkrankte Personen keinesfalls einen heruntergefallenen Schnuller zum Reinigen ablecken und danach dem Kind zurückgeben.

Karies mag zwar grundsätzlich nicht ansteckend sein, dennoch geht sie oft mit Mundgeruch einher, so dass Patienten eventuell eher zurückhaltend mit Küssen umgehen sollten.

Welche Symptome gehen mit Karies einher?



Die Symptome, die Karies hervorrufen, sind vom Stadium der Erkrankung abhängig. Zu Beginn macht eine Karies noch keine Beschwerden, es breiten sich jedoch helle oder dunkle Flecken auf der Zahnoberfläche aus.

Die hellen Flecken sind dabei sichtbar weißer als der Zahn. Bei fortlaufender Zerstörung des Zahns treten zudem Zahnschmerzen und eine erhöhte Empfindlichkeit für kalte und heiße Nahrungsmittel auf.

Eventuell entsteht Mundgeruch aufgrund der mikrobiellen Verdauungsprodukte. Wenn sich im betroffenen Zahn Füllungen befinden, können sich diese durch die Karies lockern.

Die Stadien der Karies im Detail



Die Karies verläuft in mehreren Stadien. Im Folgenden wird die Einteilung in fünf Stadien vorgestellt. Während das erste Stadium noch umkehrbar ist, können sich die darauffolgenden Schäden nicht mehr zurückbilden.


Kariesstadium 1: Initialkaries



Im Stadium 1, bezeichnet als Initialkaries, werden zwar Mineralsalze aus der Zahnhartsubstanz herausgelöst, aber es besteht noch kein Strukturdefekt ("Loch").

Mit dem bloßen Auge ist die Initialkaries kaum zu erkennen: Kreideweiße Flecken und dunkle Verfärbungen sind jedoch ein Hinweis auf eine beginnende Karies.

Gegen die Initialkaries helfen eine vermehrte und ausgiebige Zahnpflege und gegebenenfalls eine Erhöhung des Fluoridgehalts des Zahnschmelzes durch Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta.

Diagnose der Initialkaries und ihre Behandlung



Da es sich bei der Initialkaries um das einzige umkehrbare Stadium der Karies handelt, ist es besonders hilfreich, die Karies bereits in diesem Stadium zu erkennen. Da die Initialkaries üblicherweise noch keine Beschwerden bereitet, sind regelmäßige, zumindest jährliche Kontrollen beim Zahnarzt unverzichtbar.

Findet der Zahnarzt auffällige helle oder dunkle Verfärbungen, eine erhöhte Empfindlichkeit oder andere Hinweise auf Karies, kann er eine spezielle Röntgenaufnahme (Zahnfilm) oder eine Durchleuchtung des Zahnes mit Kaltlicht veranlassen.

Ein Zahnfilm bildet einzelne Zähne ab und kommt mit einer geringeren Strahlungsmenge als eine Röntgenübersichtsaufnahme aller Zähne aus.

Neue Verfahren können heutzutage auch verborgenen Kariesbefall darstellen: Der DIAGNOdent pen ermöglicht eine schonende Messung mittels Laserfluoreszenz. Dazu wird das physikalische Phänomen ausgenutzt, dass ausgestrahltes Laserlicht auch durch kleinste Zugänge, wie sie bei Karies vorliegen, zurückgeworfen wird. Die reflektierten Lichtstrahlen werden vom DIAGNOdent pen wahrgenommen.

Der DIAGNOdent pen ist zwar einfach zu bedienen, kostet aber bis zu 2.500,00 € Euro, so dass sich die Anschaffung für Privathaushalte nicht lohnt.

Die Initialkaries wird mit gesteigerter Mund- und Zahnhygiene behandelt. Der Zahnarzt beurteilt, ob zusätzlich die kurzzeitige Anwendung antiseptischer (Bakterien abtötende) Mundspüllösung mit Chlorhexidin notwendig ist.

In Studien konnte die tägliche Dosis von mindestens vier Gramm Xylitol, verteilt auf zwei bis drei Gaben pro Tag, die Zusammensetzung der Mundflora (Keime im Mund in ihrer Gesamtheit) positiv beeinflussen und auf diese Weise das Kariesrisiko senken.

Im Alltag wird Xylitol oder Xylit als Zuckerersatzstoff verwendet, so dass es auch als Pulver erhältlich ist (zum Beispiel "Birkengold Xylit"). Xylitol wird korrekt angewendet, indem ein Teelöffel des Pulvers in den Mund genommen wird.

Das Pulver sollte etwa eine Minute im Mund behalten werden und kann danach herunter geschluckt oder ausgespuckt werden.

Kariesstadium 2: Schmelzkaries



Wenn die Initialkaries mehrere Wochen bis Monate unbehandelt bleibt, schreitet sie zum zweiten Stadium, der Schmelzkaries, fort. Zahnmediziner nennen dieses Stadium auch "Caries superficialis" (oberflächliche Karies).

In diesem Stadium äußern sich erstmals Symptome wie Zahnschmerzen.

Die Zahnschmerzen können gelegentlich auftreten oder auch mit dem Verzehr bestimmter, vor allem harter Nahrungsmittel verbunden sein. Eventuell besteht zusätzlich Mundgeruch (Foetor ex ore).

Der Defekt im Zahnschmelz ist typischerweise keilförmig. Das unter dem Schmelz liegende, weichere Dentin ist in diesem Stadium noch nicht betroffen.

Kariesstadium 3: Dentinkaries



Durchdringt die Karies die komplette Schmelzschicht, breitet sie sich an der Grenze zwischen Schmelz und Dentin weiter aus. Der Fachbegriff hierfür lautet "Caries media" (Karies der mittleren Schicht).

Das Dentin bietet der Karies wesentlich weniger Widerstand als der Schmelz. Zahnschmerzen und erhöhte Empfindlichkeit für Hitze und Kälte können nunmehr stärker ausgeprägt auftreten.

Behandlung von Schmelz- und Dentinkaries



Wenn ein Schaden in der Zahnhartsubstanz entstanden ist, muss der betroffene Bereich entfernt werden. Die Entfernung kann auf zwei Wege erfolgen:

1. Einerseits kann der Zahn an dieser Stelle mit einem sich langsam drehenden Bohrer (sogenannter Rosenbohrer) ausgehöhlt werden (Exkavation).

2. Andererseits ist die Erweichung der Defektstelle mit einem Spezialgel (beispielsweise Carisolv-Gel) möglich.

Carisolv entwickelt erst nach einer bestimmten Einwirkdauer seine chemisch bedingte Wirkung. Das Carisolv-Gel wirkt nur an vorgeschädigtem Dentin, das sich in seinem Bindegewebegerüst (Kollagengerüst) vom intakten Dentin unterscheidet.

Die so aufgeweichte Stelle kann danach mit einem stumpfen Handinstrument abgeschabt werden, was als Kürettage bezeichnet wird. Nach beiden Verfahren erfolgt die Auffüllung der Defektstelle. Hierfür sind sich anpassende (plastische, d. h. verformbare), gegossene und vorgeformte Füllungsmaterialien verfügbar.

Kariesstadium 4: Tiefe Zahnkaries



Im Dentin breitet sich die Karies auch in die Tiefe aus, so dass sie der Zahnpulpa ("Zahnmark") immer näher kommt. Als Zahnpulpa wird das Weichgewebe des Zahns bezeichnet, das vier Grundaufgaben erfüllt:
  • Bildung von Dentin
  • Ernährung des Dentins über Blutgefäße
  • Schmerzweiterleitung ins Gehirn
  • Abwehrfunktion mit Botenstoffen und Abwehrzellen

Die Pulpa enthält die Pulpahöhle mit den Wurzelkanälen. Das Zahnweichgewebe ist eine gallertartige Masse, die Bindegewebe, Nervenfasern und Blutgefäßen beinhaltet. Über die Nervenfasern werden Empfindungen wie Hitze, Kälte und Schmerz ins Gehirn weitergeleitet.

Sobald die pulpanahen Dentinschichten von der Karies betroffen sind, wird von einer tiefen Zahnkaries gesprochen. Der Fachbegriff hierfür lautet "Caries profunda".

Kariesstadium 5: Caries profunda complicata



Als Komplikation einer tiefen Zahnkaries kann eine Öffnung der Pulpahöhle erfolgen. In der Zahnheilkunde wird der Zustand, wenn die Pulpa nicht mehr vollständig von Zahnhartsubstanz umgeben ist, als Pulpa aperta bezeichnet.

Eine Pulpa aperta führt zu einer akuten oder chronischen Entzündung, der sog. "Pulpitis". In der Regel führt die Pulpitis zum Absterben der Pulpa. Der zerstörte Zahn sollte entfernt werden, um keinen bleibenden Infektionsherd zu hinterlassen.

Sekundärkaries oder Kariesrezidiv



Wenn einmal ein "Loch im Zahn" auftrat, das mit einer Füllung oder einer Krone versorgt wurde, schützt dies nicht vor einem erneuten Kariesbefall, der dann als Sekundärkaries oder als Kariesrezidiv bezeichnet wird.

Es kann dann zu einer Bildung von feinsten Rissen und Spalten zwischen Zahn und Zahnfüllung beziehungsweise Zahnkrone kommen, die zu winzig für die Reinigung mit der Zahnbürste sind. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Kariesrisiko.

Einteilung von Karies nach Befallsort



Neben der Einteilung in Kariesstadien kann Karies auch nach dem betroffenen Zahnabschnitt eingeteilt werden.

Approximalkaries



Bei der Approximalkaries sind die Zähne im Bereich der Zahnzwischenräume betroffen. Zusammen mit der Fissurenkaries tritt die Approximalkaries am häufigsten auf.

Das liegt zum einen darin begründet, dass die Zahnzwischenräume mit dem bloßen Auge schwer zu beurteilen sind. Selbst mit einer Sonde (dünnes Stäbchen gegebenenfalls mit Haken) können maximal nur 40 Prozent der Fälle entdeckt werden.

Mit neuen Verfahren wie dem Diagnodent pen können weitaus mehr, nämlich über 90 Prozent der Fälle aufgespürt werden. Eventuell sind ein Röntgenbild (Bissflügelaufnahme) oder eine Durchleuchtung des Zahns mit Kaltlicht (Infrarotanteil des Lichtspektrums) für die Diagnosestellung notwendig.

Bei der Durchleuchtung mit Kaltlicht wird ausgenutzt, dass die Brechung des Lichts durch Karies verändert wird. Zum anderen sind die Zahnzwischenräume schwieriger zu reinigen, weshalb Nahrungsreste dort häufig länger verbleiben. Diese werden dann mit Kaltlicht deutlich sichtbar.

Fissurenkaries



Fissuren sind kleine Rillen auf den Kauflächen der Backenzähne. Obwohl die Fissuren oberflächlich liegen, ist die Karies oft schwer zu erkennen.

Die Karies kann durch einen feinen Riss bereits in das unter dem Schmelz befindliche Dentin vorgedrungen sein und sich dort ausbreiten, ohne dass es von außen sichtbar ist. Die Diagnostik gleicht der bei der Approximalkaries.

Glattflächenkaries und Wurzelkaries



Die Glattflächenkaries befindet sich auf den Zahnflächen, die der Zunge, der Wangenschleimhaut und dem Gaumen zugewandt sind. Die Zahnflächen, die an Wangen und Lippen grenzen, sind häufiger betroffen.

Wenn die "Zahnhälse" freiliegen, können der Zahnzement und das Dentin von Karies befallen werden. Dies wird als Wurzelkaries bezeichnet.

Quellen:



Karies: Risikofaktoren, Krankheitsstadien und Prophylaxe
Karies entfernen Leiden Sie unter den Symptomen eines Kariesbefalls? In unserem kostenlosen Experten-Ratgeber erfahren Sie alles über die Ursachen von Karies, wie Karies entsteht und welche Stadien es gibt. Außerdem geben wir hilfreiche Tipps zur Kariesprophylaxe und Zahnhygiene. So werden Sie Karies garantiert wieder los!
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Letzte Änderung: 08. November 2018
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Autor: Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér, Inhaber der Gelencsér Dental GmbH Zahnmedizinisches und Zahntechnisches Labor in Hévíz, leitender Fachzahnarzt. Schwerpunkte: Prothetik, Ästhetischer Zahnersatz, Implantationszahnersatz, Vollkiefer-Rekonstruktion, Implantation, fester, herausnehmbarer sowie kombinierter Zahnersatz, Gnathologie, Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Folgen Sie ihm auf folgenden Social Media Oberflächen: Facebook, Youtube oder kontaktieren Sie ihn per E-Mail: drgelencser@zahnarzt-ungarn-heviz.de
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