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Parodontitis – Alle Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Donnerstag, 20. Juli 2017 | Druckversion

Die Parodontitis, umgangssprachlich auch Parodontose genannt, ist eine Erkrankung, die zur Lockerung der Zähne und schlimmstenfalls zum Zahnverlust führen kann. Auslöser ist häufig eine Zahnfleischentzündung oder die Entzündung einer Zahnwurzelspitze, die sich dann auf den Zahnhalteapparat ausweitet.

Der folgende Text erläutert, welche Faktoren das Erkrankungsrisiko erhöhen und wie Sie der Entstehung einer Parodontitis vorbeugen können: Wichtig sind vor allem eine gute Mundhygiene und der Verzicht aufs Rauchen; in der Schwangerschaft oder bei bestimmten chronischen Erkrankungen ist dies besonders wichtig!


Des Weiteren gibt es verständlich aufbereitete Informationen zu Entstehung und Verlauf der Parodontitis: Dabei werden die Symptome einer Parodontitis beschrieben, damit Sie sich im Zweifelsfall baldmöglichst in ärztliche Behandlung begeben können.

Zu den ersten Warnsignalen zählen insb. Zahnfleischbluten sowie die sichtbare Rötung und Schwellung des Zahnfleischsaumes, später dann der Rückgang desselben, wodurch die Zähne länger erscheinen. Anschließend wird dargestellt, mit welchen Therapieschritten der Zahnarzt die Parodontitis behandeln kann.

In vielen Fällen kann durch eine Reinigung der Zahnfleischtaschen in Verbindung mit lokaler Antibiotika-Gabe ein guter Heilungserfolg erzielt werden!

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Was ist Parodontitis?



Parodontitis Definition



Als Parodontitis bezeichnet man eine Entzündung des Zahnhalteapparates, der in der medizinischen Fachsprache als Parodontium, umgangssprachlich auch als Zahnbett bezeichnet wird.

Diese Erkrankung ist die häufigste Ursache für den Zahnverlust bei Erwachsenen – noch vor Karies! Zudem wirkt sich die Parodontitis negativ auf die Allgemeingesundheit aus und wird insbesondere mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Der Zahnhalteapparat ist ein komplexes System, das – wie der Name schon sagt – den Zahn stabil im Kiefer verankert; er besteht aus Zahnfleisch, Zahnzement, Zahnfach und Wurzelhaut.

  • Zahnkrone (dental crown)
  • Zahnwurzel (Dentin) (tooth root)
  • Blutgefäße & Nerven (blood vessels and nerves)
  • Zahnfleisch (gum): Das Zahnfleisch ist Teil der Mundschleimhaut, es umschließt den Zahn und dient somit als ‚Abdichtung‘ zur Mundhöhle.(The gum is part of the oral mucosa, it encloses the tooth and is therefore sealing the oral cavity)
  • Zahnzement (dental cement): Diese gelbliche Schicht hat eine knochenähnliche Struktur und umschließt die Zahnwurzel.(This yellowish layer has a bone-like structure and encloses the tooth root)
  • Wurzelhaut(periodontal ligament): Feste Kollagenfasern haften am Zahnzement, überbrücken den schmalen Spalt zwischen Zahn und Kieferknochen und sorgen so für festen Halt im Zahnfach.(Solid collagen fibres adhere to the dental cement, bridging the small gap between tooth and jawbone and are therefore providing a firm hold in the tooth socket=Alveole)
  • Zahnfach (Alveole)(Tooth socket): Jeder Zahn steckt in einer passgenauen Vertiefung im Kieferknochen. (Each tooth sticks in a custom-fit deepening in the jawbone)


Die Parodontitis wird durch Bakterien ausgelöst, die sich bei mangelnder Mundhygiene im Zahnbelag sammeln. Sie verläuft im Normallfall schubweise, bleibt oft lange unbemerkt und führt im Endstadium zur Lockerung und dann zum Verlust der Zähne.

Wenn die Entzündung des Zahnhalteapparates nicht um einen natürlichen Zahn, sondern um ein Zahnimplantat entsteht, spricht man von einer Periimplantitis ↗.

Parodontose oder Parodontitis: Was ist der Unterschied?



Der korrekte medizinische Fachbegriff für die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats ist „Parodontitis“. Umgangssprachlich wird diese gelegentlich als „Parodontose“ bezeichnet.

Dieser zweite Begriff geht auf eine veraltete Unterscheidung zurück – so wurde ab Mitte des 20. Jahrhunderts zwischen einer entzündlichen Variante (-itis) und einer atrophischen, also mit Geschwebeschwund verbundenen Erkrankungsvariante (-ose) unterschieden.

Letztere kommt jedoch so selten vor, dass sie in der aktuellen Klassifikation der Erkrankungen des Zahnhalteapparats nicht mehr aufgeführt wird.

Abgrenzung marginale Parodontitis vs. apikale Parodontitis



Mediziner unterscheiden bei der Parodontitis zwei Krankheitsbilder, die nach dem Ausgangsort der entzündlichen Prozesse unterschieden werden:
  • marginale Parodontitis: Diese beginnt mit einer Entzündung des Zahnfleischsaums und breitet sich entlang der Zahnwurzel in das Parodontium aus. Hier dringen die entzündungsauslösenden Bakterien also von ‚oben‘ nach ‚unten‘ vor. Mediziner sprechen hier auch von parodontalen Läsionen.
  • apikale Parodontitis: Diese geht von einer entzündeten Zahnwurzelspitze aus und breitet sich seitwärts in das Parodontium aus. Hier spricht der Mediziner von endodontalen Läsionen.

Es gibt auch Fälle, wo sowohl Zahnfleisch als auch Zahnwurzel entzündet sind und beide Erkrankungsvarianten ineinander übergehen bzw. sich gegenseitig verstärken. Fachsprachlich werden derartige Kombi-Entzündungen als Paro-Endo-Läsionen bezeichnet.

Der Krankheitsverlauf beeinflusst die erforderlichen Behandlungsschritte zur Heilung der Parodontitis.

Parodontitis Symptome



Das gefährliche an der Parodontitis ist, dass die eigentliche Krankheit – also die Entzündung des Zahnhalteapparats – oft lange unbemerkt verläuft. Spürbar sind lediglich die Symptome möglicher Vorerkrankungen wie Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder Zahnmarkentzündung (Pulpitis).

Rötung und Schwellung des Zahnfleischs



Rötungen und Schwellungen gehören zu den klassischen Entzündungsanzeichen. So äußert sich auch eine Zahnfleischentzündung, die häufig die Vorstufe einer marginalen Parodontitis bildet, durch eine insbesondere an den Zahnfleischrändern – also direkt am Übergang von ‚Rot‘ zu ‚Weiß‘ – durch eine dunklere Rotfärbung, manchmal erscheint das Zahnfleisch auch rötlich-blau verfärbt. Das gesunde Zahnfleisch dagegen ist hellrosa.

Zahnfleischbluten



Insbesondere beim Zähneputzen ↗ mit Zahnbürste und ggf. Zahnseide können bei einer Zahnfleischentzündung (mögliche Vorstufe einer marginalen Parodontitis) Blutungen auftreten. Das durch die Entzündung geschwächte Gewebe ist verletzlicher und so verbleiben an der Zahnbürste bzw. im Speichel oft kleine Blutspuren. Das kann auch beim festen Zubeißen passieren, bspw. beim Biss in einen Apfel.

Zahnfleischrückgang & Taschenbildung



Ein ernstzunehmender Hinweis auf eine bereits fortgeschrittene Zahnfleischentzündung ist der Rückgang des Zahnfleischsaums – weg von den Zahnspitzen, in Richtung Kieferknochen. Dadurch wird ein Teil der sonst vom Zahnfleisch geschützten Zahnwurzel freigelegt, so dass häufig Schmerzen beim Kontakt mit Heißem & Kaltem, Süßem & Sauren auftreten. Zudem lockert sich das Zahnfleisch, so dass so genannte ‚Zahnfleischtaschen‘ entstehen, die schwer zu reinigen sind und damit einen gefährlichen Nährboden für Bakterien bilden.

Mundgeruch



Ein weiteres Anzeichen für entzündliche Prozesse im Mundraum. Schuld daran sind übel riechende Ausscheidungsprodukte der Bakterien, die sich zunehmend vermehren.

Zahnschmerzen



Bei einer apikalen, also von der Zahnwurzel ausgehenden Parodontitis sind in der Regel Zahnschmerzen ↗ das erste wahrnehmbare Symptom. Ursache ist zu Beginn meist eine kariöse Infektion des Zahns, die – wenn sie besonders tief sitzt oder lange nicht behandelt wird – auf das Zahnmark (Pulpa) übergreifen kann. Wenn rechtzeitig ein Zahnarzt aufgesucht wird, kann das Übergreifen der Entzündung auf das Parodontium jedoch in vielen Fällen verhindert werden.

Lockerung der Zähne



Wenn sich ein Zahn oder gleich mehrere Zähne spürbar lockern, ist die Parodontitis und der damit zusammenhängende Verlust von Binde- und Knochengewebe in der Regel schon weit fortgeschritten. Der Zahnhalteapparat ist dann bereits soweit angegriffen, dass er die Zahnwurzel nicht stabil halten kann; das Ausfallen der Zähne ist zu befürchten.



Parodontitis Risikofaktoren



Bei der Parodontitis handelt es sich um eine Entzündung, die von bestimmten Bakterien im Mundraum ausgelöst wird und vom Immunsystem nicht mehr ausreichend bekämpft werden kann. Dabei gibt es mehrere Faktoren, die das Risiko einer Parodontitis-Erkrankung nachweislich erhöhen.

Mangelnde Mundhygiene



Der wichtigste und zugleich am einfachsten vermeidbare Risikofaktor für eine Parodontitis ist eine mangelhafte Mundhygiene. Regelmäßiges Zähneputzen mit geeigneter Zahnbürste und Zahnpasta beseitigt Zahnbelag, der sich nach den Mahlzeiten auf der Zahnoberfläche absetzt.

Der Zahnbelag dient zum einen als Brutstätte für Bakterien, deren saure und giftige Ausscheidungsprodukte die Entstehung von Karies und entzündlichen Prozessen im Mundraum fördern. Zum andern verhärtet Zahnbelag, wenn er nicht regelmäßig entfernt wird, und wird durch die Einschließung von Mineralien zu Zahnstein, dessen raue Oberfläche einen dauerhaft günstigen Nährboden für Bakterien bildet.

Plaque und Zahnstein sind die Hauptursachen für Entzündungen des Zahnfleisches und der Bildung von Karies
Plaque und Zahnstein sind die Hauptursachen für Entzündungen des Zahnfleisches und der Bildung von Karies

Parodontitis durch Rauchen



Raucher haben ein höheres Parodontitis-Risiko, da das im Tabakrauch enthaltenen Nikotin die Blutgefäße verengt und somit die Durchblutung des Zahnfleisches stört. Dies führt dazu, dass das Zahnfleischbluten, ein häufiges frühes Symptom einer Gingivitis, unterdrückt und somit nicht als Warnsignal wahrgenommen wird.

Durch die Verengung der Blutgefäße wird auch die Wirkung des körpereigenen Immunsystems behindert, da die Abwehrzellen nicht mehr schnell genug zu Entzündungsherden transportiert werden. Zudem bedeuten die im Tabakrauch enthaltenen Giftstoffe eine stete Belastung des Immunsystems.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: 70 Prozent aller Parodontitis-Patienten sind Raucher! Wer raucht hat ein zwei- bis siebenfach höheres Parodontitis-Risiko als Nichtraucher. Da das Rauchen die Wundheilung verzögert, schreitet die Erkrankung schneller fort – und zugleich sinken die Erfolgschancen einer Parodontitisbehandlung!

Geschwächtes Immunsystem



Das körpereigene Immunsystem kann Krankheitserreger im Normalfall gut abwehren. Ist es jedoch geschwächt, können sich die gefährlichen Bakterien schnell ausbreiten und Entzündungen hervorrufen. Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem können sein:
  • Krankheiten wie bspw. AIDS
  • Stress & psychische Belastungen
  • Medikamente wie bspw. Immunsuppressiva, Anti-Epileptika oder Blutdrucksenker


Familiäre Veranlagung



Wenn bei jüngeren Menschen eine aggressive Parodontitis auftritt, spielen häufig auch erbliche Faktoren eine Rolle. Das Erkrankungsrisiko kann auch genetisch erhöht sein und innerhalb der Familie vererbt werden.

Chronische Krankheiten & hormonelle Einflüsse



Auch chronische Krankheiten und besondere Lebenssituationen können das Parodontitis-Risiko erhöhen. Dazu zählen insbesondere Diabetes mellitus und – aufgrund der hormonellen Umstellungen – die Zeit der Schwangerschaft. Mehr dazu in den folgenden Abschnitten.

Offener Karies



Unbehandelter Karies kann sich zunehmend ausbreiten. Wird nicht nur das harte Dentin, sondern auch die Pulpa ↗, das weiche Zahnmark, angegriffen, kommt es zu einer Zahnwurzelentzündung, die vereitern kann. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Bakterien von der entzündeten Zahnwurzel in den Zahnhalteapparat verbreiten und so zu einer apikalen Parodontitis führen.

Zähneknirschen



Viele Menschen leiden unter nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus), das von den Betroffenen selbst häufig nicht wahrgenommen wird, bis erste Abnutzungserscheinungen an den Zahnkronen sichtbar werden. Verstärkt tritt das nächtliche Zähneknirschen in Stressphasen auf. Eine dauerhafte Überbelastung wirkt sich negativ auf den Zahnhalteapparat aus und kann die Entstehung von Parodontitis fördern.

Mangelernährung & übermäßiger Alkoholkonsum



Die ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitaminen und Spurenelementen ist die Voraussetzung für einen gesunden Organismus. Insbesondere Vitamin C ist wichtig für ein gesundes Immunsystem wie auch das optimale Funktionieren von Zellteilung und Gewebeaufbau.

Auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A und E sowie Folsäure und Mineralstoffen wie Selen und Zink ist für die Zahngesundheit wichtig!

Ein überhöhter Alkoholkonsum erhöht das Parodontitis-Risiko gleich in mehrfacher Hinsicht: Er verringert die Abwehrreaktion des Körpers, reduziert den Speichelfluss (Speichel unterstützt die Remineralisierung des Zahnschmelzes und verdünnt zahnschädigende Säuren im Mundraum), begünstigt die Entstehung von Mangelzuständen an Mineralstoffen und Spurenelementen und verringert in vielen Fällen die Disziplin bei der täglichen Mundhygiene.

Piercings im Mundraum



So beliebt modische Piercings auch sein mögen – aus zahnärztlicher Sicht ist von Piercings im Mundraum abzuraten.

Die verwendeten Metallteile können beim steten Kontakt mit Zähnen und Zahnfleisch Schäden verursachen; ein ungünstig platziertes Piercing von Lippe oder Lippenbändchen kann durch die stete Zug- und/oder Druckbelastung zum Zahnfleischrückgang und zur Entstehung von Zahnfleischtaschen beitragen.

Des Weiteren können sich an der Ein- und Austrittsstelle des Piercings bei mangelhafter Pflege Essensreste ablagern und Bakterienherde bilden.

Höheres Lebensalter



Im fortgeschrittenen Alter arbeitet das Immunsystem nicht mehr so effektiv wie in jüngeren Jahren, daher haben Senioren ein höheres Parodontitis-Risiko als jüngere Menschen.



Parodontitis – Ursachen & Krankheitsverlauf



Wie bereits besprochen wird eine Parodontitis durch Bakterien bzw. deren saure und toxische Ausscheidungsprodukte ausgelöst, die in den Zahnhalteapparat eindringen.

Die Parodontitis verläuft im Normalfall schubweise: Das Immunsystem wehrt sich mit Abwehrzellen gegen die Krankheitserreger, doch bei einer temporären Schwächung der Immunabwehr kann sich die Entzündung des Zahnhalteapparats weiter ausbreiten.

Der Krankheitsverlauf ist typischerweise wie folgt:

1. Entstehung des Entzündungsherdes
  • bei einer marginalen Parodontitis: Zahnfleischentzündung ↗, spürbar durch Schwellung und Rötung des Zahnfleisches sowie leichte Blutungen; später Zahnfleischrückgang und Lockerung des Saumepithels, d.h. Entstehung von Zahnfleischtaschen
  • bei einer apikalen Parodontitis: Zahnwurzelentzündung, d.h. Entzündung des in der Zahnwurzel befindlichen Zahnmarks, spürbar durch Zahnschmerzen

2. Ausweitung der Entzündung auf den Zahnhalteapparat
  • ggf. Entstehung von eitrigen Abszessen
  • ggf. nekrotisierende ulzerierende Parodontitis, d.h. Geschwürbildung und Absterben von Gewebe

3. Lockerung der Zähne durch fortschreitende Schädigung von Bindegewebe und Knochensubstanz des Zahnhalteapparats

4. Verlust der Zähne


Parodontitis Diagnose



Das Gefährliche an der Parodontitis ist, dass die eigentliche Krankheit oft über längere Zeit, manchmal sogar Jahre unbemerkt bleibt. Dies gilt insbesondere dann, wenn keine regelmäßigen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen stattfinden und erste Symptome ignoriert werden.

Parodontaler Screening Index (PSI)



Die Diagnose durch den Zahnarzt beginnt zumeist mit einer Sichtuntersuchung des Zahnfleischs, wobei Schwellungen, Rötungen und Blutungsneigung vermerkt wird. Auch der Zahnfleischrückgang wird untersucht - also das Zurückweichen des Zahnfleischsaumes in Richtung Zahnwurzel.

Besonderes Augenmerk gilt den sog. Zahnfleischtaschen, also dem gelockerten Saumepithel, das nicht mehr eng am Zahn anliegt, sondern diesen nur noch lose umschließt. Dabei kommen spezielle Parodontalsonden zum Einsatz, um zu prüfen, ob und wie weit man in den Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen kann. Die an der Spitze abgerundeten Sonden sind mit einer Skalierung versehen, was die Messung der Taschentiefe ermöglicht.

Die Ergebnisse der Sonden-Untersuchung werden mithilfe des Parodontalen Screening Index als sog. PSI-Wert festgehalten:
  • Code 0: Alles okay!
  • Code 1-2: Zahnfleischentzündung
  • Code 3: mittelschwere Parodontitis
  • Code 4: schwere Parodontitis

Eine weitergehende Diagnostik und auf die Untersuchungsergebnisse abgestimmte parodontale Therapie ist bei Code 3 und 4 erforderlich.


Röntgendiagnostik bei Parodontitis



Durch Röntgenaufnahmen lässt sich der Zustand von Zähnen und Kieferknochen überprüfen. Auf den Röntgenbildern ist der Knochenverlauf deutlich ersichtlich – also wo die Zähne noch gut verankert sind und wo sich die Knochensubstanz schon so weit zurückgebildet hat, dass eine Lockerung zu befürchten ist.

Parodontitis-Keimtest im Labor



Bei Bedarf kann durch eine Laboruntersuchung ↗ der Nachweis bzw. die Bestimmung der entzündungsauslösenden Bakterien erfolgen, um die Antibiotika-Therapie genau auf diese abstimmen zu können. Die Bakterienproben werden mit speziellen Instrumenten aus den Zahnfleischtaschen entnommen.

Gentests bei Parodontitis



Gerade beim Auftreten einer ungewöhnlich aggressiven Parodontitis im Jugendalter kann eine genetische Veranlagung die Ursache sein. Dies lässt sich über einen Gentest überprüfen.



Parodontitis Behandlung: Was hilft gegen Parodontitis?



Bei der Parodontitis-Therapie sind die Behandlungsmaßnahmen auf die jeweilige Ursache bzw. Erkrankungsvariante abzustimmen. In der Mehrheit der Fälle genügen die ersten drei der hier aufgeführten Methoden. Welche Behandlungsschritte im individuellen Einzelfall notwendig sind, wird der behandelnde Arzt entscheiden.

Zögern Sie nicht, Fragen zu stellen und sich den Behandlungsplan erläutern zu lassen!

Wurzelbehandlung bei apikaler Parodontitis



Bei einer Entzündung des Zahnmarks (Pulpitis) muss in der Regel eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden. Ziel ist es, das entzündete Gewebe zu entfernen und den Wurzelkanal danach durch eine zahnärztliche Füllung zu verschließen.

Reinigung der Zahnoberflächen & Anleitung zur Mundhygiene



Vor Aufnahme einer weitergehenden Parodontitis-Therapie gilt es zunächst, die Mundhygiene zu verbessern. Dazu erfolgt zunächst eine Grundreinigung, bei der alle sichtbaren Zahnoberflächen von Belägen befreit werden, um gefährliche Bakterienherde zu beseitigen.

Im Anschluss daran wird der Patient darüber belehrt, dass eine Heilung der Parodontitis ohne seine Mitwirkung wenig aussichtsreich ist. Er erhält Empfehlungen zur Mundhygiene und bei Bedarf auch eine Anleitung zur korrekten Putztechnik mit Zahnbürste, Interdentalbürsten und Zahnseide.

Reinigung der Zahnfleischtaschen



Der nächste Schritt erfolgt unter örtlicher Betäubung, um unnötige Schmerzen zu vermeiden. Sobald das Lokalanästhetikum wirkt, langt der Zahnarzt mit speziellen Sonden unter den gelockerten Zahnfleischrand, um die darunter verborgenen weichen und harten Zahnbeläge zu entfernen (Parodontaltherapie mit Vector™-Methode ↗). Dies beseitigt bestehende Bakterienherde und erschwert das Anhaften neuer Bakterien.

Wenn sich besonders tiefe Zahnfleischtaschen gebildet haben, die mit der herkömmlichen Methode nicht erreichbar sind, müssen diese unter Umständen chirurgisch geöffnet werden. Dadurch legt der Zahnarzt die Wurzeloberflächen frei, um sie gründlich reinigen und ggf. glätten zu können.

Zur Förderung der Wundheilung werden oft entzündungshemmende medizinische Mundwasser oder Zahnpasten verschrieben bzw. dem Patienten mitgegeben.

Antibiotika-Therapie



Wenn die Reinigung der sichtbaren Zahnoberflächen und der Zahnfleischtaschen keinen Erfolg erzielt, ist eine zusätzliche Antibiotika-Behandlung erforderlich. Zur Bestimmung der spezifischen Bakterienart wird in der Regel ein Labortest durchgeführt, um anschließend ein geeignetes Mittel auswählen zu können.

Das Antibiotikum kann in Form von Tabletten oder auch als Gel oder Salbe direkt lokal in der Zahnfleischtasche verabreicht werden.

Gesteuerte Geweberegeneration (Guided Tissue Regeneration, GTR)



Wenn durch die Parodontitis bereits viel Bindegewebe und Knochensubstanz zerstört wurde, gilt es, den Zahnhalteapparat nach Abklingen der Entzündung wieder aufzubauen, um den Zähnen stabilen Halt zu geben.

Da das Zahnfleisch sich schneller regeneriert als der übrige Zahnhalteapparat (Wurzelhaut, Zahnzement, Knochensubstanz des Zahnfaches), wird eine dünne Membran zwischen Knochen und Zahnfleisch eingefügt. Diese verhindert ein unkontrolliertes Tiefenwachstum des Zahnfleisches und gibt so dem Zahnhalteapparat genügend Freiraum zur Regeneration.

Regeneration des Parodontiums durch Wachstumsmittel



Eine Alternative zur GTR ist die Aufbringung von Wirkstoffen, die die Neubildung des Knochens fördern. Hier geht es vor allem darum, einen schnellen Aufbau des Knochengewebes in Kieferknochen und insbesondere Zahnfach zu erreichen.

Diese Wachstumsmittel werden direkt auf die Wurzeloberfläche aufgetragen und unterstützen die Regeneration des erkrankten Zahnhalteapparats.

Regeneration durch Transplantation von Knochen bzw. Knochenersatz



Wenn durch die Parodontitis viel Knochengewebe verloren gegangen ist und eine Regeneration mithilfe von Wachstumsmitteln nicht aussichtsreich erscheint, kann ein chirurgischer Eingriff Abhilfe schaffen.

Hierbei wird der Knochen durch die Transplantation von körpereigenem Knochenmaterial oder künstlichen Knochenersatzmaterialien stabilisiert. Wenn körpereigenes Material zum Einsatz kommt, wird dieses in der Regel aus dem hinteren Kieferbereich entnommen.

Rekonstruktion des Zahnfleischs



Wenn sich tiefe Zahnfleischtaschen gebildet haben, liegen Zahnhälse und Teile der Zahnwurzel frei. Diese lassen sich nur schwer reinigen, sind daher anfällig für erneute Entzündungen oder Kariesbildung und werden von den Betroffenen oft als sehr unästhetisch empfunden.

Abhilfe schafft hier bspw. eine Rekonstruktion des Zahnfleisches, also der Ersatz der zurückgebildeten Zahnfleischsäume durch die Transplantation von Bindegewebe aus dem Gaumen.

Nachsorge



Da es sich bei der Parodontitis um eine chronische Erkrankung handelt, gilt es im Nachsorge-Prozess vor allem zu verhindern, dass die Entzündung wieder aufflammt. Besonders wichtig ist die konsequente Nachsorge, wenn bereits ein erheblicher Zahnfleischrückgang ↗ vorliegt, so dass die empfindlichen Zahnhälse und Teile der Zahnwurzeln offen liegen.

Kernelement der Nachsorge sind:
  • konsequente Mundhygiene durch die Betroffenen selbst, also tägliche Zahnpflege
  • regelmäßige professionelle Zahnreinigung – bei Bedarf auch mehrmals jährlich
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt


Fun Fact: Mark Twain & die literarische Adelung der Parodontitis-Therapie



Bei einer so unangenehmen Thematik wie der Parodontitis käme sicherlich kaum jemand auf die Idee, deren literarische Qualität zu bedenken. Tatsächlich aber gibt es einen Essay des bekannten amerikanischen Schriftstellers Mark Twain, der dieses Thema behandelt!

Unter dem Titel „Happy Memories of the Dental Chair“ beschreibt Twain mit dem ihm eigenen Humor seinen Besuch bei dem Zahnarzt John Mankey Riggs (1811–1885), der als Begründer der Parodontologie und wichtigster Vorkämpfer für die heute übliche Therapie durch eine intensive Zahnreinigung war.

Zudem betonte er die Bedeutung der Mundhygiene für die Parodontitisprophylaxe und so kann es als wahrscheinlich gelten, dass er auch dem berühmten Schriftsteller den regelmäßigen Gebrauch von Zahnbürste & -pasta nahe legte!



Prophylaxe: So lässt sich einer Parodontitis vorbeugen



Regelmäßiges Zähneputzen ist das A & O!



Wie bereits erläutert, ist die mangelnde Mundhygiene der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Parodontitis – und zugleich der am einfachsten vermeidbare!

Essensreste, abgestorbene Schleimhautzellen und Speicheleiweiß verbinden sich zu einer zunächst weichen Schicht von Zahnbelag (Plaque), der einen optimalen Nährboden für schädliche Bakterien bildet. Wird der Zahnbelag nicht regelmäßig entfernt, können sich diese ungestört vermehren, was das Karies- und Parodontitis-Risiko deutlich erhöht.

  • Zähneputzen: Die beste Parodontitis-Vorsorge ist es, zweimal täglich Zähne zu putzen. Verwenden Sie hierfür eine Zahnbürste mit kleinem Bürstenkopf und nicht zu harten Borsten sowie eine fluoridhaltige Zahnpasta.
  • Reinigung der Zahnzwischenräume: Die Zahnlücken, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden können, sollten durch den Einsatz von Zahnseide und/oder Interdentalbürsten gereinigt werden.
  • Mundwasser: Wer möchte, kann zudem ein entzündungshemmendes Mundwasser nutzen, bspw. mit Kräuterauszügen wie Salbei oder Teebaumöl. Mundwasser sind jedoch nicht mit medizinischen Mundspülungen zu verwechseln, die nach eingehender ärztlicher Diagnose im Bedarfsfall verschrieben werden.
  • Zahnpflege zwischendurch: Einen schnellen Zwischenputz nach süßen Snacks ermöglichen zuckerfreie Zahnpflegekaugummis.


Zahnsteinentfernung



Werden die weichen Zahnbeläge nur unregelmäßig oder unzureichend entfernt, entsteht fester Zahnstein. Dies geschieht unter Einlagerung von Mineralien, wodurch auf den Zahnoberflächen eine Schicht mit rauer Oberfläche entsteht. Diese bietet Bakterien besonders gute Anhaftmöglichkeiten.

Daher empfehlen sich regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt: Hier werden Zahnsteinablagerungen fachmännisch entfernt. Bei einer schon manifesten Parodontitis erfolgt zudem eine Therapie durch die Zahnsteinentfernung unter dem Zahnfleischrand.

Professionelle Zahnreinigung



Zusätzlich zu den Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt empfiehlt die regelmäßige professionelle Zahnreinigung. Je nach individuellem Putzverhalten und Veranlagung sollte diese ein- bis zweimal jährlich erfolgen.

Hier erfolgt eine intensive Zahnreinigung mit Spezialinstrumenten, bei der verfestigte Beläge sanft und gründlich entfernt werden. Die Prophylaxe-Experten verfügen über eine spezielle Ausbildung und nutzen manuelle Verfahren (Schaber, Spezialbürsten, Polierpasten und Reinigungspulver) oder Ultraschalltechnik. Dadurch erreichen sie auch all die Stellen, an die man beim täglichen Putzen beim besten Willen nicht herankommt.

Rauchverzicht – der Zahngesundheit zuliebe



Dass das Rauchen schlecht für die Gesundheit ist, ist heutzutage unbestritten – die gefährlichen Auswirkungen von Nikotin, Teer und anderen Schadstoffen sind in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt.

Wer Probleme mit der Zahngesundheit hat, häufig unter Zahnfleischentzündungen leidet oder sogar schon eine diagnostizierte Parodontitis hat, kann durch einen Rauchverzicht seine Mundgesundheit positiv beeinflussen ↗: Wer nicht raucht, hat ein geringeres Parodontitis-Risiko und fördert die Wundheilung bestehender Erkrankungen!

Parodontitis-Therapie & -Prophylaxe: Was zahlt die Krankenkasse?



Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland fördern die regelmäßige zahnärztliche Prophylaxe. Dies dient der Vorbeugung und Früherkennung ↗ von Erkrankungen an Zähnen und Zahnfleisch. Sie übernehmen somit die Kosten für:
  • die zahnärztliche Kontrolluntersuchung, 2 x jährlich
  • die Entfernung von Zahnstein, 1 x jährlich
  • die Untersuchung auf Parodontitis (PSI), alle 2 Jahre

Darüber hinausgehende Prophylaxe-Maßnahmen wie beispielsweise die professionelle Zahnreinigung, müssen gesetzlich Versicherte in der Regel selbst tragen. Es gibt jedoch einige Zahnzusatzversicherungen, die die Kosten hierfür übernehmen.

Liegt bereits eine Parodontitis-Erkrankung vor, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich die Kosten für die Behandlung der Entzündung. Kosten für den Patienten können für folgende Maßnahmen entstehen:
  • Labortests zur Feststellung der ursächlichen Bakterien
  • örtliche Anwendung von Antibiotika direkt in den Zahnfleischtaschen
  • Verfahren zur Regeneration/Rekonstruktion von zerstörtem Binde- und Knochengewebe

Hier empfiehlt es sich, den vom behandelnden Zahnarzt aufgestellten Therapieplan bei der Krankenkasse vorzulegen, um die Kostenübernahme frühzeitig zu klären.

Parodontitis und Diabetes



Diabetes mellitus wird umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Diese Stoffwechselerkrankung geht mit zahlreichen Folgeschäden einher, u.a. mit einer Schwächung des Immunsystems und einer Schädigung bzw. erschwerten Reparatur der kleinen Blutgefäße.

Dies hat auch negative Auswirkungen auf die Mundgesundheit – und umgekehrt beeinflusst diese den Diabetes!

1. Zum einen haben Diabetiker ein dreifach höheres Parodontitis-Risiko als Nicht-Diabetiker: Die verminderte Durchblutung des Zahnfleisches und die veränderte Stoffwechsellage führen dazu, dass Diabetiker häufiger unter entzündlichen Zahnfleischerkrankungen leiden, die eine häufige Vorstufe der Parodontitis darstellen. Dies gilt insbesondere für Patienten mit schlecht eingestelltem Blutzucker. Daher sollten gerade Diabetiker verstärkt auf eine gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt achten!

Die Gefahr von entzündlichen Erkrankungen im Mundraum ist auch der Grund dafür, dass eine Diabetes-Erkrankung häufig als Kontraindikation für das Einsetzen eines Zahnimplantats betrachtet wird: Zum einen besteht eine erhöhte Gefahr von Wundheilungsstörungen, die das Einheilen des Implantat gefährden, zum anderen besteht ein erhöhtes Periimplantitis-Risiko.

2. Zum anderen erhöht eine Parodontitis den Blutzuckerspiegel: Entzündliche Erkrankungen reduzieren die Wirkung des Insulins und erhöhen somit den Blutzuckerspiegel. Dies führt zum einen dazu, dass die Regulierung des Blutzuckers für Diabetes-Patienten mit Parodontitis schwieriger wird, zum anderen entwickeln Parodontitis-Patienten auch häufiger eine Diabetes-Erkrankung aus Menschen mit gesundem Parodontium.

Parodontitis in der Schwangerschaft



In der Schwangerschaft kommt es zu hormonellen Veränderungen im Körper der Frau, die zum einen die aktuelle Aktivität des Immunsystems leicht dämpfen und zum anderen zu einer Lockerung und stärkeren Durchblutung des Zahnfleisches führen. Dadurch können Bakterien leichter in die Schleimhaut eindringen und Entzündungen hervorrufen.

Damit sich diese nicht zu einer Parodontitis weiter entwickeln, sollte in der Schwangerschaft besonders intensiv auf eine gute Mundhygiene geachtet werden.

Dies gilt umso mehr, als entzündliche Erkrankungen im Mundraum zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen können. Die dafür verantwortlichen Bakterien können über die Blutbahn auch bis zur Gebärmutter gelangen. Eine unbehandelte Parodontitis erhöht das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt um mehr als das Siebenfache!

Auch untergewichtige Neugeborene finden sich bei Frauen mit einer Parodontitis während der Schwangerschaft überdurchschnittlich häufig.

Parodontitis: Herzinfarkt als Folge?



Da eine Parodontitis lange unentdeckt bleiben kann, kann sie in vielen Fällen negative Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit und insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System hervorrufen.

Der entzündete Zahnhalteapparat bildet nämlich einen gefährlichen Krankheitsherd, von dem aus Bakterien und Entzündungsprodukte in den Blutkreislauf gelangen können. Dies begünstigt die Entstehung von Folgeerkrankungen:
  • Arteriosklerose (umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichnet)
  • Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Entzündungen der Herzinnenhaut oder der Herzklappe, gerade bei Patienten mit künstlichen Herzklappen
  • Gelenkentzündungen, vor allem bei Patienten mit künstlichen Hüft- oder Kniegelenken



Parodontitis FAQ



Ist Parodontitis ansteckend?



Die Parodontitis wird durch Bakterien ausgelöst – und diese Bakterien können durch intensiven Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dies passiert insbesondere beim Küssen und bei der gemeinsamen Benutzung von Besteck, bei Eltern und Kleinkindern auch durch das „säubernde“ Ablecken des heruntergefallenen Schnullers.

Ob nach dem Bakterientransfer eine Erkrankung ausbricht, hängt vom Immunsystem des Betroffenen sowie dem Vorhandensein weiterer Risikofaktoren ab.

Ist die Parodontitis-Behandlung mit Schmerzen verbunden?



Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung, schmerzhaft ist nur der Einstich der Betäubungsspritzen.

Gibt es Parodontitis Hausmittel?



Eine mittelschwere oder schwere Parodontitis sollte unbedingt zahnärztlich behandelt werden – Hausmittel genügen hier nicht!

Eine leichte Zahnfleischentzündung als mögliche Vorstufe einer Parodontitis dagegen kann mit Hausmitteln gelindert werden, bspw. mit selbst gemachten Mundspülungen mit antibakteriellen Wirkstoffen. Hier bietet sich ein starker, gut abgekühlter Salbeiaufguss an. Alternativ können einige Tropfen ätherischer Öle in lauwarmes Wasser gegeben werden – bspw. Pfefferminzöl, Nelkenöl oder Teebaumöl.

Helfen Antibiotika bei Parodontitis?



Prinzipiell ja, da die Parodontitis durch Bakterien ausgelöst wird. Ob die Anwendung eines Antibiotikums notwendig ist, wird der Zahnarzt im Einzelfall entscheiden.

Gibt es eine Zahnpasta gegen Parodontitis?



Zahnpasta kann Parodontitis nicht heilen, kann aber die Prophylaxe bzw. Nachsorge unterstützen. Gut sind Zahnpasten mit desinfizierenden, entzündungshemmenden Wirkstoffen wie beispielsweise Triclosan. Erfragen Sie im Einzelfall stets die Empfehlung Ihres Zahnarztes!

Führt auch die E-Zigarette zu Parodontitis?



Ja, denn auch das verdampfte E-Liquid enthält Nikotin sowie diverse Schadstoffe, die das Zahnfleisch schädigen, das Immunsystem belasten und die Wundheilung stören.

Kann man Parodontitis heilen?



Grundsätzlich ja – je früher die Parodontitis diagnostiziert wird und je besser der Patient die ärztlichen Anweisungen befolgt (Mundhygiene, Rauchverzicht etc.), desto besser sind die Heilungschancen.




Parodontitis – Alle Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten
Parodontitis Was ist Parodontitis und was sind die Ursachen? Welche Symptome auftreten und wie Sie die Parodontitis behandeln können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Gelencsér Dental Zahnklinik
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Letzte Änderung: 08. November 2018
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Autor: Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér, Inhaber der Gelencsér Dental GmbH Zahnmedizinisches und Zahntechnisches Labor in Hévíz, leitender Fachzahnarzt. Schwerpunkte: Prothetik, Ästhetischer Zahnersatz, Implantationszahnersatz, Vollkiefer-Rekonstruktion, Implantation, fester, herausnehmbarer sowie kombinierter Zahnersatz, Gnathologie, Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Folgen Sie ihm auf folgenden Social Media Oberflächen: Facebook, Youtube oder kontaktieren Sie ihn per E-Mail: drgelencser@zahnarzt-ungarn-heviz.de
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