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Mehr als nur Zahnschmerzen: Diese Krankheiten werden durch kranke Zähne verursacht

Mittwoch, 14. März 2018 | Druckversion

Zahnschmerzen sind ein deutliches Signal unseres Körpers, dass es um die Zahngesundheit nicht gut bestellt ist: Ursache hierfür sind zumeist ein kariöser Zahn, eine entzündete Zahnwurzel oder ein freiliegender Zahnhals. Wenn Zahnschmerzen bestehen ist es höchste Zeit, den Zahnarzt aufzusuchen!


Kranke Zähne müssen unbedingt behandelt werden – nicht nur, um die lästigen Schmerzen loszuwerden, sondern auch, um gefährliche Folgeerkrankungen zu verhindern.

Im folgenden Text erläutern die Zahnmedizin-Experten der Gelencsér Dental Zahnklinik:
  • wie kranke Zähne andere Krankheiten auslösen können,
  • mit welchen Symptomen sich diese äußern und
  • welche Langzeitfolgen bei unbehandelten Zahnerkrankungen drohen.


Krankheiten durch kranke Zähne – Ursachen und Krankheitsherde



Bakterien als Ursachen für Krankheiten



Kranke Zähne werden in den meisten Fällen durch Bakterien hervorgerufen:
  • Zahnkaries: Das sog. ‘Loch im Zahn’ entsteht, wenn der Zahnschmelz durch Säure demineralisiert wird, d. h. wenn Mineralien wie Kalziumphosphat herausgelöst werden und die Schutzschicht unserer Zähne dadurch morsch wird. Die Säuren stammen vor allem aus den Stoffwechselprodukten bestimmter Mikroorganismen, insbesondere Laktobazillen und Streptokokken (Streptococcus mutans). Diese werden als kariogene, also Karies auslösende Bakterien, bezeichnet.
  • Entzündung der Zahnwurzel bzw. des Zahnmarks (Pulpitis): Diese Entzündung entsteht, wenn Bakterien durch offenen Karies oder eine Zahnfraktur ins Zahninnere eindringen. Daneben kann eine Pulpitis auch durch mechanische, chemische oder thermische Reize ausgelöst werden.
  • Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis): Rötung, Blutung und letztlich Rückbildung des Zahnfleischsaums entstehen als Immunreaktion auf die toxischen Stoffwechselprodukte von Bakterien, die sich im Zahnbelag ansammeln. Auch mechanische Verletzungen des Zahnfleisches können das Eindringen von Krankheitserregern und die Entstehung einer Entzündung auslösen.
  • Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis): Auslöser ist hier zumeist das Vordringen von Bakterien des entzündeten Zahnfleischsaums, seltener von den Bakterien einer entzündeten Zahnwurzel, im Bereich von Zahnfach und Zahnwurzel.


Tote Zähne als Krankheitsherde



Von einem toten Zahn spricht man, wenn das Zahnmark (Pulpa) durch eine Entzündung oder ein mechanisches Trauma (Sturz oder Schlag) so stark beschädigt wurde, dass es mitsamt den darin liegenden Nerven und Blutgefäße abstirbt.

Äußerlich sichtbar wird ein toter Zahn zunächst durch eine dunklere Verfärbung, später auch durch das Abbrechen der Zahnkrone, also des brüchig gewordenen Dentins. Schmerzen verursacht ein toter Zahn anfangs häufig nicht.

In dem abgestorbenen Gewebe im Zahninneren können sich Bakterien vermehren, die – wie oben beschrieben – einen gefährlichen Krankheitsherd bilden können.

Entzündungen und deren Folgen



Wird eine Entzündung im Mundraum nicht behandelt, können sich die krankheitsauslösenden Bakterien ungehindert vermehren.

Dies fördert zum einen die Infektion benachbarter Gewebe, d. h. eine Zahnfleischentzündung kann sich schnell auf den Zahnhalteapparat ausbreiten.

Zum anderen fördert die ungehinderte Vermehrung von Krankheitserregern deren Ausbreitung im gesamten Körper: Die Blutgefäße fungieren quasi als Bakterienautobahn, auf der die Entzündungserreger aus dem Mundraum zu sämtlichen Organen unseres Körpers gelangen und dort Krankheiten auslösen.

Erkrankungen im Mundraum sind zudem eine Dauerbelastung für das Immunsystem und hemmen damit die effektive Bekämpfung neu entstehender Entzündungen am Herz oder anderen Organen.

Zahnfleischentzündungen: Folgen



Eine Gingivitis führt zu unangenehmen Symptomen wie Rötung, Blutung und Rückbildung des Zahnfleischsaumes. Dies ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern das entzündete Zahnfleisch verursacht beim Zähneputzen und/oder beim Essen oft auch Schmerzen.

Zudem kann sich die Entzündung in die Tiefe, d. h. in Richtung Zahnhalteapparat, ausweiten und eine gefährliche Parodontitis ↗ auslösen, die zunächst zur Lockerung und schließlich zum Verlust der betroffenen Zähne führen kann.

Haben die Krankheitserreger erst einmal das Knochengewebe erreicht, können sie zudem eine Kieferentzündung zur Folge haben.

Kieferentzündung: Folgen



Wenn die entzündungsauslösenden Bakterien – bspw. über einen kariösen Zahn oder eine Parodontitis – den Kieferknochen erreichen, kann eine akute oder chronische Kieferentzündung entstehen.

Je nachdem, welcher Bereich des Knochens betroffen ist, unterscheidet man:
  • Entzündung der Knochenhaut (Periostitis)
  • Entzündung des Knochenmarks (Osteomyelitis)
  • Entzündung des Knochengewebes (Ostitis)

Die Kieferentzündung äußert sich häufig durch Schmerzen und Schwellungen im Gesicht, eine erhöhte Körpertemperatur und allgemeine Abgeschlagenheit.

Eine Kieferentzündung kann zur Entstehung von Abszessen im Knochengewebe und/oder zum Absterben von Knochengewebe führen, was die Stabilität der Zähne gefährdet. Schlimmstenfalls kann eine Kieferentzündung auch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Bruxismus



Nächtliches Zähneknirschen (in seltenen Fällen auch tagsüber ausgeführtes Knirschen) wird als Bruxismus bezeichnet.

Das ständige Aufeinanderpressen der Zähne führt zu einer Überlastung von:
  • Zähnen – dies führt zum übermäßigen Verschleiß der Kauflächen
  • Zahnhalteapparat – dies kann zur Lockerung der Zähne führen
  • Kiefergelenk und Kaumuskulatur – dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die von Tinnitus über Kopfschmerz bis hin zu Rücken- und Gelenkbeschwerden reichen.


Krankheiten durch kranke Zähne: Typische Symptome



Krankheiten durch Zahnfüllungen



Zahnfüllungen dienen zur Wiederherstellung kariesgeschädigter Zahnkronen ↗. Die geschädigte natürliche Zahnsubstanz wird entfernt und durch künstliches Füllmaterial ersetzt. Zu Problemen kann es kommen, wenn:
  • die Zahnfüllung nicht optimal angepasst ist – eine zu hohe Füllung in der Kaufläche stört bspw. das Zubeißen
  • die verwendeten Füllmaterialien Unverträglichkeitsreaktionen auslösen, bspw. Amalgamunverträglichkeit


Schwindel und Sehstörungen durch Amalgam



Bei einer Amalgamfüllung handelt es sich um eine grau-metallische Zahnfüllung aus Silber, Zinn, Kupfer, Indium, Quecksilber und Zink. Amalgamfüllungen wurden bereits im alten China eingesetzt und sind in Europa seit dem frühen 19. Jahrhundert in Verwendung.


Die Popularität des Materials beruht auf seiner einfachen Verarbeitung und der hervorragenden Haltbarkeit. Allerdings steht das Amalgam seit Jahrzehnten wegen möglicher Gesundheitsgefahren, insbesondere durch das darin enthaltene Quecksilber, in der Kritik.

Während viele Menschen jahrzehntelang keine Probleme verspüren, leiden andere unter starken Unverträglichkeitssymptomen. Diese sind individuell sehr verschieden und können sich äußern in Form von:
  • erhöhter Entzündungsneigung und Gelenkschmerzen
  • Schlafstörungen und chronischer Müdigkeit
  • Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen
  • Depressionen


Krankheiten durch kranke Zähne: Gefährliche Folgen



Unfruchtbarkeit und Schwangerschaftskomplikationen durch Zahnprobleme



Zahnprobleme können sogar dazu führen, dass ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt oder die Schwangerschaft nicht optimal verläuft. Hier stehen insbesondere Amalgamfüllungen im Verdacht, die zu einer Anreicherung von Quecksilber im Körper führen und somit die Fruchtbarkeit hemmen können.

Eine solche Störung der Fruchtbarkeit kann sowohl Frauen als auch Männer betreffen, da verschiedene Punkte des komplexen Regelkreislaufes unserer Körper betroffen sein können.

Durch Amalgamfüllungen erhöhte Quecksilberwerte können folgende Symptome verursachen:
  • eine reduzierte Spermienmenge beim Mann bzw.
  • Menstruationsbeschwerden oder Störungen des Eisprungs bei der Frau.

Auch wenn die Schwangerschaft erfolgreich zustande kommt, können Zahnprobleme zu Komplikationen im weiteren Verlauf derselben führen. So wird bspw. ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten in Einzelfällen mit Amalgam in Verbindung gebracht.

Auch Entzündungen von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat gefährden den Verlauf der Schwangerschaft: Parodontitis-Patientinnen haben ein achtfach erhöhtes Risiko für Frühgeburten bzw. Neugeborene mit unterdurchschnittlichem Geburtsgewicht.

Erhöhtes Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen durch Entzündungen



Entzündliche Erkrankungen im Mundraum erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, da die Bakterien über die Blutbahn verteilt werden. Dies verursacht:
  • entzündliche Veränderungen der Gefäßinnenwände: Die Bakterien können in die Zellwände der Gefäße eindringen. Zwar sorgt das Immunsystem zumeist für eine schnelle „Reparatur“ der Entzündungsherde, doch resultiert diese in einer Verdickung der Gefäßwände. Dies wiederum hemmt den Blutfluss und steigert damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis): Klinische Studien belegen, dass die auslösenden Bakterien in 80 Prozent der Fälle nicht durch einen operativen Eingriff, sondern im Zusammenhang mit einer Parodontitis in den Blutkreislauf gelangen.


Chronische Krankheiten durch Herderkrankungen



Entzündliche Erkrankungen im Mundraum, insbesondere Parodontitis, werden in neuen klinischen Studien vermehrt auch in Verbindung mit chronischen Erkrankungen gebracht. Dazu gehören:
  • Diabetes mellitus ↗ (Typ II): Entzündliche Prozesse tragen zur Insulinresistenz bei und erschweren somit die Einstellung des Blutzuckerspiegels.
  • Rheuma resp. rheumatoide Arthritis ↗: Aus dem Mundraum stammende Entzündungserreger können auch die Gelenke angreifen und damit die Beweglichkeit erheblich einschränken.

Zudem gibt es Hinweise auf Zusammenhänge zwischen kranken Zähnen und multipler Sklerose (MS). Auch Migräne kann durch kranke Zähne ausgelöst werden.

Die ganzheitliche Medizin legt besonderen Wert auf die Abklärung möglicher Zahnerkrankungen als Ursache akuter oder chronischer Erkrankungen.


Mehr als nur Zahnschmerzen: Diese Krankheiten werden durch kranke Zähne verursacht
Krankheiten durch kranke Zähne Wussten Sie, dass Karies der Auslöser für eine Reihe von Folgeerkrankungen sein kann? Karies und eine schlechte Mundhygiene rufen nicht nur Zahnfleischentzündungen hervor. An diesen Stellen können Bakterien in den Körper eindringen und so weitere Erkrankungen auslösen. Das muss nicht sein - Beugen Sie jetzt vor!
Gelencsér Dental Zahnklinik
Gelencser Dental
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Letzte Änderung: 08. November 2018
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér
Autor: Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér, Inhaber der Gelencsér Dental GmbH Zahnmedizinisches und Zahntechnisches Labor in Hévíz, leitender Fachzahnarzt. Schwerpunkte: Prothetik, Ästhetischer Zahnersatz, Implantationszahnersatz, Vollkiefer-Rekonstruktion, Implantation, fester, herausnehmbarer sowie kombinierter Zahnersatz, Gnathologie, Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Folgen Sie ihm auf folgenden Social Media Oberflächen: Facebook, Youtube oder kontaktieren Sie ihn per E-Mail: drgelencser@zahnarzt-ungarn-heviz.de
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